Widersprüche im Fall des toten Buckelwals: Minister Backhaus unter Druck
Artur HofmannWidersprüche im Fall des toten Buckelwals: Minister Backhaus unter Druck
Interne Dokumente aus dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns werfen Zweifel an den Aussagen von Minister Till Backhaus zum Tod eines Buckelwals auf. Der Minister behauptete, das Tier habe noch bis zum 6. oder 7. Mai gelebt – doch die Beweise deuten auf etwas anderes hin.
Der Wal war am 2. Mai mit einem Sendegerät ausgestattet worden und freigelassen worden. Den Daten zufolge legte er danach 215 Kilometer auf geradem Kurs zurück. Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, wertete die Senderdaten aus und stellte fest, dass der Wal innerhalb der ersten vier Stunden abgetaucht war. Die von Backhaus erwähnten mehrtägigen Tauchmuster konnte er jedoch nicht bestätigen.
Minister Backhaus hatte Journalisten mitgeteilt, Fachleute des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) hätten die Tracking-Daten ausgelesen. Tatsächlich aber hatte eine private Rettungsinitiative dem Ministerium lediglich einen Link zu den Daten übermittelt. Das LUNG selbst konnte nicht bestätigen, ob der Wal tatsächlich bis zum 6. oder 7. Mai überlebt hatte. Experten wiesen zudem darauf hin, dass die ausgewerteten Bewegungsdaten unvollständig waren – gemessen an den eigentlichen Fähigkeiten des verwendeten Splash10-F-Geräts.
Die Widersprüche zwischen den Aussagen des Ministers und den vorliegenden Daten haben Kritik ausgelöst. Die Tracking-Informationen zeigen nur begrenzte Aktivität, und die genauen Umstände des Walsterbens sind weiterhin ungeklärt. Die Behauptungen des Ministeriums bleiben vorerst unter Vorbehalt.






