21 March 2026, 04:22

Wie Dierfeld mit acht Wählern die Landtagswahl rettete

Plakat mit Bäumen und Himmel im Hintergrund, das den Text "Investition in Gemeinden: Größte Investition in ländliche Elektrizität seit dem New Deal" zeigt.

Dierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Wie Dierfeld mit acht Wählern die Landtagswahl rettete

Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, sorgte dafür, dass bei der jüngsten Landtagswahl jede Stimme zählte. Mit nur 15 Einwohnern und acht wahlberechtigten Bürgern schloss sich das Dorf mit dem benachbarten Manderscheid zusammen, um die Wahlgeheimhaltung zu wahren. Alle acht Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab – eine perfekte Wahlbeteiligung.

Dierfeld liegt abgelegen zwischen Wäldern und Feldern. Sein Anwesen stammt aus dem 16. Jahrhundert, als es als Jagdschloss errichtet wurde. Die Familie von Greve übernahm den Besitz Anfang des 20. Jahrhunderts. Heute verfügt das Dorf über eine eigene Kapelle und einen Friedhof. Trotz seiner Winzigkeit stand es vor einer Herausforderung: Nach deutschem Wahlrecht müssen mindestens 30 Stimmzettel in einer Urne liegen, um die Anonymität zu garantieren.

Um das Problem zu lösen, bildete Dierfeld mit Manderscheid einen gemeinsamen Wahlbezirk. Bürgermeister Roderich von Greve-Dierfeld sammelte die Briefwahlstimmen ein und leitete sie zur Auszählung weiter. Die Stimmen werden nun in Manderscheid gezählt, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Wähler möglich sind.

Dierfeld ist mit dieser Lösung nicht allein. Auch in anderen kleinen Dörfern des Eifelkreises Bitburg-Prüm, wie Hamm (16 Einwohner) oder Keppeshausen (17 Einwohner), gibt es ähnliche Konstellationen. Rheinland-Pfalz zählt rund 2.300 Gemeinden, von denen etwa 140 weniger als 100 Einwohner haben. Zwar liegen keine genauen Zahlen vor, doch vermutlich kooperierten viele dieser Winzlingsgemeinden mit Nachbarorten, um die Wahlvorschriften einzuhalten.

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Die Zusammenarbeit zwischen Dierfeld und Manderscheid sicherte allen acht Wählern die Teilnahme, ohne das Wahlgeheimnis zu gefährden. Die hundertprozentige Wahlbeteiligung zeigt, wie selbst die kleinsten Gemeinden demokratische Prozesse mitgestalten. Gleichzeitig bietet die Lösung ein praktisches Vorbild für andere winzige Gemeinden mit ähnlichen Herausforderungen.

Quelle