25 April 2026, 16:23

Wiesbaden verwandelt die Stadt 2026/27 in eine riesige Theaterbühne

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts", das eine Seite mit Text und einem Logo zeigt.

Wiesbaden verwandelt die Stadt 2026/27 in eine riesige Theaterbühne

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden präsentiert sein Programm für die Spielzeit 2026/2027 unter dem provokanten Motto: Wem gehört die Stadt? Die neue Saison verspricht, die Grenzen zwischen Kunst und Alltag zu verwischen und lädt die Bürger ein, Theater auf unerwartete Weise zu erleben. Von großen Produktionen bis zu intimen Begegnungen denkt das Haus Kultur neu – und zwar nicht nur was gespielt wird, sondern auch wo und wie.

Den Auftakt bildet Carl Orffs Carmina Burana, ein opulentes Spektakel mit über 200 Mitwirkenden. Dieser kraftvolle Beginn steht exemplarisch für ein Jahr des expansiven, inklusiven Kunstschaffens. Statt sich auf klassische Bühnen zu beschränken, holt das Theater die Aufführungen in den öffentlichen Raum – und erreicht so auch Menschen, die sonst selten oder nie eine Vorstellung besuchen.

Mit Metropolis Wiesbaden verwandelt das Ensemble die gesamte Stadt in eine Bühne. Performances entstehen auf Straßen, Plätzen und sogar im Wartburg-Saal, der sich vom traditionellen Theaterraum zu einem lebendigen Begegnungsort wandelt. Ziel ist es, die übliche Trennung zwischen Künstlern und Publikum aufzuheben und aus Zuschauern aktive Teilhabende zu machen.

Ein besonderes Highlight ist die Sinfonie für 100 Bürger, bei der das Publikum direkt in die Aufführung einbezogen wird. Auch das Hessische Staatsballett setzt auf zeitgenössische Werke und unterstreicht so den zukunftsweisenden Geist der Saison. Das Musiktheaterprogramm wiederum spannt einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und initiiert mit seiner Stückauswahl einen Dialog über die Zeiten hinweg.

Doch nicht nur auf den Bühnen, sondern auch im Alltag wird Kunst erlebbar: Geplant sind "Opern-Flashmobs" – spontane Pop-up-Aufführungen an unerwarteten Orten. Diese überraschenden Momente sollen Kultur unmittelbar und zugänglich machen und Hemmschwellen abbauen.

Die Spielzeit 2026/2027 markiert einen bewussten Bruch mit herkömmlichen Theatergrenzen. Indem es Performances in den Lebensalltag einbettet, schafft das Hessische Staatstheater Wiesbaden ein geteiltes kulturelles Erlebnis. Mit seinem Fokus auf Teilhabe und öffentlichen Raum definiert das Programm neu, was Theater sein kann – und wem es gehört.

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