Wohngeld-Kürzung um eine Milliarde Euro: Experten warnen vor Armutsfalle und Sozialkosten-Explosion
Artur HofmannWohngeld-Kürzung um eine Milliarde Euro: Experten warnen vor Armutsfalle und Sozialkosten-Explosion
Geplante Kürzung der Wohngeldleistungen um eine Milliarde Euro stößt auf scharfe Kritik
Eine geplante Kürzung der Bundesmittel für Wohngeld um eine Milliarde Euro hat bei Fachleuten heftige Kritik ausgelöst. Die als weitgehend symbolisch bezeichnete Maßnahme würde über eine Million Haushalte hart treffen, während sie den Staatshaushalt kaum entlasten würde. Der Ökonom Ulrich Rock warnt, dass dieser Schritt das Risiko birgt, noch mehr Menschen in Armut und Sozialhilfeabhängigkeit zu drängen.
Rock argumentiert, dass die Politik versagt habe, Mieter vor explodierenden Mieten zu schützen, und das Wohngeld damit zu einer lebenswichtigen Überlebenshilfe werde. Viele Haushalte in prekären Verhältnissen gäben bereits fast die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen aus – weitere Kürzungen seien daher nicht tragbar. Er betont, dass die steigenden Kosten für Wohngeld nicht auf übermäßige Unterstützung, sondern auf lasche Mietpreisbremse und überteuerte Immobilienpreise zurückzuführen seien.
Laut Rock würde die geplante Kürzung nach hinten losgehen. Statt Geld zu sparen, würde sie mehr Menschen in die Grundsicherung drängen und so mögliche Einsparungen zunichtemachen. Zudem weist er darauf hin, dass große Wohnungsunternehmen bis zu 200 Euro pro Wohnung an Aktionäre ausschütten – teilweise finanziert durch Steuergelder –, während Mieter unter wachsender finanzieller Belastung leiden.
Rock unterstreicht, dass die Sparpläne der Regierung gezielt Bereiche treffen, in denen das Armutsrisiko besonders hoch ist – darunter die Wohnungsförderung. Statt Leistungen zu kürzen, fordert er die Politik auf, die Ursachen des Problems anzugehen: Eine Senkung der Mieten würde den Druck auf die öffentlichen Haushalte weit wirksamer verringern.
Die Kürzung des Wohngelds um eine Milliarde Euro hätte zwar kaum spürbare Auswirkungen auf den Haushalt, für einkommensschwache Haushalte aber gravierende Folgen. Ohne strengere Mietpreiskontrollen warnen Experten, dass die Maßnahme die Armut vertiefen und die Sozialkosten in die Höhe treiben werde. Statt die Unterstützung zu kürzen, müsse der Fokus darauf liegen, die Wohnkosten zu senken.






