19 June 2026, 04:14

Wohnungsmangel in Deutschland: 1,4 Millionen fehlende Wohnungen und schrumpfender Sozialwohnungsbestand

Nein, Deutschland hat nicht 233 Millionen Euro für sozialen Wohnungsbau in der Ukraine zugesagt

Wohnungsmangel in Deutschland: 1,4 Millionen fehlende Wohnungen und schrumpfender Sozialwohnungsbestand

Deutschland kämpft mit einem massiven Wohnungsmangel. Eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts beziffert das Defizit auf 1,4 Millionen Wohnungen. Verschärft wird die Lage durch den Verlust preisgebundener Sozialwohnungen im ganzen Land.

Zwischen 2020 und 2024 verloren insgesamt 107.353 Sozialwohnungen in Deutschland ihren preisregulierten Status. Experten rechnen damit, dass in den kommenden Jahren jährlich etwa 55.000 dieser Wohnungen ihre geschützte Mietpreisbindung verlieren werden.

Als Reaktion hat die Bundesregierung ihre Wohnungsbaupolitik umgestellt. Statt direkter Investitionen in den sozialen Wohnungsbau setzt sie nun auf Mietzuschüsse für einkommensschwache Haushalte. Bundesbauministerin Verena Hubertz kündigte kürzlich einen 23,5-Milliarden-Euro-Plan an, um die Krise bis 2029 zu bewältigen.

Unabhängig davon unterzeichneten Deutschland und die Ukraine Mitte April eine strategische Partnerschaftsvereinbarung. Von den insgesamt 233 Millionen Euro, die für verschiedene Vorhaben vorgesehen sind, fließen lediglich 25 Millionen Euro gezielt in den ukrainischen Sozialwohnungsbau. Die verbleibenden 208 Millionen Euro werden andere Projekte finanzieren, darunter industrielle Zusammenarbeit, Energiesicherheit und Vorbereitungen auf den EU-Beitritt.

Die Wohnungsnot in Deutschland bleibt eine drängende Herausforderung – mit steigenden Verlusten bei preisgebundenen Sozialwohnungen und einem politischen Kurswechsel hin zu Mietzuschüssen. Der 23,5-Milliarden-Euro-Plan der Regierung soll die Lücken schließen, während internationale Verpflichtungen wie die mit der Ukraine nur begrenzte Mittel für Wohnraumförderung vorsehen.

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