Anna Netrebko kehrt trotz Proteste an die Berliner Staatsoper zurück
Artur HofmannAnna Netrebko kehrt trotz Proteste an die Berliner Staatsoper zurück
Premiere an der Berliner Staatsoper: Anna Netrebko kehrt trotz Proteste auf die Bühne zurück
An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte am Sonntag eine Neuinszenierung von Verdis Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Ihr Auftritt markierte ihre Rückkehr in die deutsche Hauptstadt, begleitet von anhaltenden Kontroversen über ihre früheren Verbindungen zur russischen Führung. Vor dem Opernhaus versammelten sich derweil Demonstranten, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen.
Netrebko gab als Amelia in Verdis Werk ihr Comeback, das Teil des Weihnachtsprogramms der Staatsoper ist. Unter der Leitung von Enrique Mazzola erntete die Aufführung begeisterten Applaus des Publikums. Die Sängerin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, trat bereits mehrfach in Berlin auf, unter anderem an der Staatsoper und beim Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt.
Rund 50 Protestierende schwenkten vor dem Gebäude ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung spiegelte die anhaltende Kritik an Netrebko wider, deren mutmaßliche Nähe zu Präsident Wladimir Putin nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 zu Vertragskündigungen an renommierten Häusern wie der Wiener Staatsoper und der Bayerischen Staatsoper geführt hatte.
Doch seit 2023 kehrt die Künstlerin schrittweise auf deutsche Bühnen zurück, darunter die Semperoper Dresden und die Hamburger Staatsoper. Elisabeth Sobotka, Intendantin der Berliner Staatsoper, verwies darauf, dass sich Netrebko öffentlich von Russland distanziert habe und seit dem Kriegsbeginn nicht dorthin zurückgekehrt sei. Dennoch bleibt die Debatte um eine "Ent-Russifizierung" der Kunstwelt aktuell – und ihre Auftritte werden weiterhin von Protesten begleitet.
Die Premiere verlief bei großer Zustimmung des Publikums, doch die Demonstrationen vor dem Haus zeigten, wie gespalten die Meinung über Netrebkos Präsenz in europäischen Kultureinrichtungen nach wie vor ist. Ihre Rückkehr nach Berlin folgt einer schrittweisen Wiedereingliederung in die deutsche Opernszene, während die öffentliche Stimmung weiterhin ambivalent bleibt.






