Berlins Ausbildungsabgabe bringt Startups und Mittelstand in Rage
Siglinde WerneckeBerlins Ausbildungsabgabe bringt Startups und Mittelstand in Rage
Berlins neue Ausbildungsabgabe sorgt für Frust bei Startups und Mittelständlern
Die neu eingeführte Ausbildungsabgabe in Berlin hat bei lokalen Startups und kleinen Unternehmen für Verärgerung gesorgt. Die am 26. März 2026 beschlossene Regelung bestraft Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten, wenn sie eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent nicht erfüllen. Viele Gründer kritisieren, das Vorhaben sei realitätsfremd und werde Unternehmen aus der Stadt vertreiben.
Die Ausbildungsabgabe, wie die Umlage offiziell heißt, wurde vom Abgeordnetenhaus Berlin verabschiedet; die Zahlungen sollen ab 2028 fällig werden. Firmen, die unter dem bundesweiten Durchschnitt von 4,6 Prozent Ausbildungsplätze liegen, müssen in einen zentralen Fonds einzahlen – dieser soll jährlich rund 75 Millionen Euro einbringen. Besonders betroffen sind Startups, Wachstumsunternehmen aus den Bereichen Software, KI und DeepTech sowie klassische Mittelständler.
Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, warf der Stadt vor, Startups für das Nichtanbieten "überholter" Ausbildungsplätze zu bestrafen. Agnieszka Walorska vom Fintech Mika verwies darauf, dass das eigentliche Problem nicht bei den Unternehmen liege, sondern beim mangelnden Interesse junger Menschen an klassischen Berufsausbildungen. Ralph Hage von Lap Coffee, das auf Automatisierung und moderne Lernformate setzt, nannte die Abgabe ein "falsches Signal" der Berliner Politik.
Marius Meiners von Peec AI bezeichnete die Regelung als weiteres Hindernis, das Deutschland für Unternehmen unattraktiver mache. Sein Tech-Unternehmen – wie viele in der Branche – sehe sich außerstande, Auszubildende einzustellen, da traditionelle Berufsausbildungen kaum zu den betrieblichen Anforderungen passten.
Ab 2028 tritt die Abgabe in Kraft: Betroffene Firmen müssen dann entweder mehr ausbilden oder in den Fonds einzahlen. Da noch unklar ist, wie viele Unternehmen genau betroffen sein werden, warnen Gründer vor negativen Folgen für Investitionen und Innovation. Die Maßnahme hat die Spannungen zwischen der Berliner Regierung und der Startup-Szene weiter verschärft.






