17 March 2026, 12:22

BfV soll mehr Macht bekommen – Dobrindts umstrittene Geheimdienst-Reformen

Titelblatt der ersten Auflage der deutschen Verfassung mit einer Adlerillustration und Text, mit einer Figur, die die deutsche Regierung darstellt.

Was gibt es für die Verfassungsreform des Verfassungsschutzes vorzuschlagen? - BfV soll mehr Macht bekommen – Dobrindts umstrittene Geheimdienst-Reformen

Die deutsche Bundesregierung plant umfassende Reformen, um die Befugnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), des Inlandsnachrichtendienstes des Landes, deutlich auszuweiten. Innenminister Alexander Dobrindt hat Änderungen vorgeschlagen, die es dem BfV ermöglichen sollen, stärker wie ein "echter Geheimdienst" zu agieren und über die bisherige Rolle der Informationssammlung hinauszuwachsen. Zu den Reformen gehören neue Maßnahmen zur frühzeitigen Gefahrenabwehr, erweiterte Rechte bei der Weitergabe von Daten sowie strengere Kontrollmechanismen – die genauen Details werden jedoch noch zwischen Union und SPD ausgehandelt.

Nach den geplanten Änderungen könnte das BfV unter strengen rechtlichen Auflagen präventiv gegen Bedrohungen vorgehen. Zudem soll die Schwelle für die Weitergabe von Erkenntnissen an die Polizei gesenkt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der verstärkten Überwachung der Finanzströme rechtsextremer Gruppen, der Rekrutierung islamistischer Attentäter sowie der Planung gewaltbereiter linksextremer Zellen.

Die Kontrolle über das BfV soll durch Reformen des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) gestärkt werden, doch gibt es aus der Opposition Kritik. Derzeit ist mit Konstantin von Notz von den Grünen nur ein oppositioneller Vertreter im PKGr vertreten, während Parteien wie die AfD und die Linke keine Sitze innehaben. Von Notz lehnt die Pläne ab und warnt davor, das BfV in einen vollwertigen Nachrichtendienst umzuwandeln.

Innenminister Dobrindt betont, dass jede Ausweitung der Befugnisse im Einklang mit den verfassungsrechtlichen Grenzen stehen müsse. Gleichzeitig fordert er schärfere Kontrollen, um die erweiterte Macht des Amts auszugleichen. Ein endgültiger Gesetzesentwurf steht jedoch noch aus, da die Verhandlungen innerhalb der Regierungskoalition andauern.

Die vorgeschlagenen Reformen würden einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitsweise des BfV bedeuten: Der Dienst erhielte aktivere Eingriffsrechte, während gleichzeitig die Aufsicht verschärft würde. Sollten die Änderungen verabschiedet werden, könnten sie die innere Sicherheit in Deutschland neu prägen – insbesondere im Kampf gegen extremistische Bedrohungen. Die endgültige Fassung des Gesetzes hängt von den laufenden Verhandlungen zwischen Union und SPD ab.

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