07 April 2026, 18:31

Brandenburg verbietet religiöse Symbole in Gerichtssälen – Neutralitätsgesetz kommt

Titelblatt der ersten Auflage der deutschen Verfassung mit einer Adlerillustration und Text sowie einem Bild einer Person, die die deutsche Regierung darstellt.

Brandenburg verbietet religiöse Symbole in Gerichtssälen – Neutralitätsgesetz kommt

Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für die Justiz – religiöse und politische Symbole in Gerichtssälen verboten

Brandenburg bereitet die Einführung eines Neutralitätsgesetzes für die Justiz vor, das religiöse und politische Symbole in Gerichtssälen verbietet. Die geplanten Regelungen sollen für Richter:innen, Staatsanwält:innen und möglicherweise auch für Schöffen gelten. Der Schritt folgt ähnlichen Gesetzen in anderen Bundesländern, die darauf abzielen, die Unparteilichkeit von Gerichtsverfahren zu gewährleisten.

Die rot-schwarze Koalitionsregierung des Landes hat sich auf die Maßnahme geeinigt, die bereits im Koalitionsvertrag verankert war. Nach dem Entwurf wären sichtbare religiöse Symbole wie Kopftücher, Kippen oder Kreuze während der Verhandlungsführung untersagt. Das Justizministerium in Potsdam hat bisher noch keinen Zeitplan für das Gesetzgebungsverfahren bestätigt.

Die Pläne stehen im Einklang mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2020, das feststellte, dass religiöse Symbole bei Amtsträger:innen das Vertrauen in eine neutrale Rechtsprechung untergraben könnten. Der Brandenburgische Richterbund unter Leitung von Stephan Kirschnick unterstützt das Vorhaben. Kirschnick regte zudem an, die Regelungen auf Tätowierungen und Schöffen auszuweiten.

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Trotz des Verbots religiöser Symbole im Gerichtssaal betonte Kirschnick, dass muslimische Frauen mit Kopftuch nicht von der juristischen Ausbildung ausgeschlossen werden sollten. Allerdings könnten für sie weiterhin Einschränkungen bei der Prozessleitung gelten. Die Debatte spiegelt die anhaltenden Kontroversen in Deutschland über religiöse Bekundungen im öffentlichen Dienst wider – insbesondere bei Lehrer:innen und Richter:innen muslimischen Glaubens.

Mehrere Bundesländer, darunter Berlin, haben bereits ähnliche Neutralitätsgesetze erlassen, um die Unparteilichkeit der Justiz zu wahren. Das geplante Gesetz würde einen bedeutenden Schritt in Brandenburgs Umgang mit richterlicher Neutralität darstellen. Sollte es verabschiedet werden, werden religiöse und politische Symbole in Gerichtssälen verboten – allerdings könnten Betroffenen weiterhin Ausbildungsmöglichkeiten offenstehen. Wann der Gesetzesentwurf offiziell eingebracht wird, steht noch nicht fest.

Quelle