Bundeselternrat fordert Schüler-ID gegen Förderchaos bei Umzügen
Familien in Deutschland kämpfen weiterhin mit Problemen beim Wechsel von Schulunterlagen ihrer Kinder zwischen den Bundesländern. Durch inkompatible IT-Systeme und zersplitterte Datenaustauschverfahren kommt es immer wieder zu Verzögerungen und verlorener Förderung. Nun drängt der Bundeselternrat auf eine bundesweite Schüler-ID, um diese Missstände endlich zu beenden.
Kinder, die innerhalb Deutschlands umziehen, haben oft wochen- oder sogar monatelang keinen Zugang zu schulischer Unterstützung. Das Problem liegt in den dezentralen Systemen, die Daten nicht effizient weitergeben. Wenn Familien umziehen, müssen Schulen sonderpädagogischen Förderbedarf neu prüfen und Anträge auf Nachteilsausgleiche erneut stellen – was unnötige Rückschritte bedeutet.
Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Bundeselternrat, nannte die Situation "inakzeptabel". Sie verwies auf Fälle, in denen Schüler:innen lebenswichtige Förderungen verpassen, nur weil ihre Akten im behördlichen Stillstand feststecken. Der Vorschlag des Rates sieht eine einheitliche Schüler-ID vor, die Bildungsverläufe nahtlos in allen 16 Bundesländern dokumentieren soll.
Auch andere europäische Länder haben ähnliche Herausforderungen mit strukturierten Lösungen angegangen. Die EU-Initiative DigCompEdu zielt darauf ab, die digitalen Kompetenzen von Lehrkräften zu stärken, während die deutsche Bund-Länder-Roadmap datengestützte Schulverbesserungen vorantreibt. Ab 2027 soll zudem die EUDI-Wallet-App sichere digitale Identitätsprüfungen für Schüler:innen ermöglichen. Griechenland hat Milliarden in Rechenzentren und digitale Bildung investiert, und Dänemark plant eine Altersverifikation für unter 15-Jährige in sozialen Medien (mit elterlicher Zustimmung ab 13 Jahren). Dennoch bleibt die strikte Einhaltung der DSGVO oberste Priorität, um den Datenschutz der Schüler:innen zu gewährleisten.
Der Bundeselternrat betont, dass jedes neue System über wirksame Datenschutzmechanismen verfügen muss. Das Ziel ist klar: Lücken in der Förderung vermeiden und sicherstellen, dass der Bildungsweg eines jeden Kindes unabhängig vom Wohnort reibungslos verläuft. Eine bundesweite Schüler-ID würde Schulen ermöglichen, Unterlagen sofort auszutauschen und doppelte Begutachtungen zu vermeiden. Familien müssten bei Umzügen keine Verzögerungen mehr befürchten, und Schüler:innen könnten ihre Anspruchsberechtigungen ohne Unterbrechung nutzen. Der Vorschlag wartet nun auf weitere Beratungen zu Umsetzung und Schutzmaßnahmen.






