17 March 2026, 00:24

Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative für afrikanische Handelsfinanzierung

Logo der Berlin Finance Initiative: ein blauer Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, auf einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift, die "Berlin Finance Initiative" lautet.

Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative für afrikanische Handelsfinanzierung

Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar zu starten. Die Initiative richtet sich an unterversorgte afrikanische Märkte, auf denen Handelsfinanzierungen weiterhin Mangelware sind. Dies ist die erste formelle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen.

In den vergangenen fünf Jahren haben mindestens zwölf Großbanken – darunter Standard Chartered, Barclays, HSBC und Citi – ihr Engagement in Afrika zurückgefahren oder sich vollständig aus dem Kontinent zurückgezogen. Besonders betroffen von diesem Rückzug internationaler Kreditgeber sind Länder wie Nigeria, Südafrika, Kenia, Ghana und Sambia.

Das neue Programm zielt darauf ab, langjährige Herausforderungen im Bereich der afrikanischen Handelsfinanzierung zu bewältigen. Viele Unternehmen auf dem Kontinent sind nach wie vor auf Bargeschäfte angewiesen, um Importe und Lieferketten abzusichern. Diese Praxis bindet jedoch Betriebskapital und bremst das Wachstum – vor allem bei kleineren Unternehmen.

Laut Schätzungen der Afrikanischen Entwicklungsbank besteht in der Region eine jährliche Finanzierungslücke im Handel von 100 Milliarden US-Dollar. Besonders stark betroffen sind kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda. Die Partnerschaft zwischen der Deutschen Bank und der BII soll diese Engpässe durch Risikoteilungsmodelle abmildern.

Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt die BII die Rolle eines finanziellen Rückhaltes für lokale Partnerinstitute der Deutschen Bank. Das Abkommen funktioniert als unfundiertes Risikobeteiligungsmodell – das bedeutet, die BII finanziert keine Transaktionen direkt, garantiert aber einen Teil des Risikos. Diese Struktur soll Banken in vorsichtig gewordenen Märkten zu mehr Kreditvergaben motivieren.

Unterdessen hat die Deutsche Bank auch Veränderungen in ihrer Führungsetage vorgenommen. Gerald Podobnik wurde kürzlich zum Co-Leiter der globalen Unternehmenssparte der Bank ernannt. Er löst Ole Matthiessen ab und teilt sich die Verantwortung nun mit Michael Diederich.

Der aktuelle Aktienkurs der Bank liegt bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Trotz dieser Entwicklung signalisiert die neue Afrika-Initiative einen strategischen Vorstoß in Schwellenmärkte, in denen die Nachfrage nach Finanzdienstleistungen weiterhin hoch ist.

Das 150-Millionen-Dollar-Programm konzentriert sich auf Märkte, die von anderen internationalen Banken vernachlässigt wurden. Durch die Risikoteilung mit der BII erhofft sich die Deutsche Bank, den Zugang zu Handelsfinanzierungen für afrikanische Unternehmen zu verbessern. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der viele Firmen auf dem Kontinent Schwierigkeiten haben, Finanzierungen für Importe und Expansion zu erhalten.

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