22 March 2026, 16:22

Einkommensschwache Haushalte zahlen bis zu 10 Prozent ihres Einkommens für Heizung

Ein hohes Wohnhaus mit zahlreichen Fenstern, Balkonen, Geländern und Klimaanlagen, umgeben von dichtem Grün.

Einkommensschwache Haushalte zahlen bis zu 10 Prozent ihres Einkommens für Heizung

Einkommensschwache Haushalte in Deutschland kämpfen mit steigenden Energiekosten und wenden einen deutlich größeren Teil ihres Einkommens für Heizung auf als wohlhabendere Familien. Wie aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht des Landes hervorgeht, geben Haushalte mit einem Monatsnettoeinkommen von unter 1.300 Euro allein 10 Prozent ihrer Ausgaben für Heizenergie aus. Haushalte mit Einkommen über 5.000 Euro dagegen belasten dieselben Rechnungen mit weniger als 5 Prozent.

Die Caritas, einer der großen Sozialverbände in Deutschland, fordert nun Reformen, um die Belastung für einkommensschwache Familien zu verringern und den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme zu beschleunigen.

Die Organisation plädiert für schärfere Vorgaben, die klimafreundliche Heizungen in Mietwohnungen vorschreiben. Moderne Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien würden langfristig die Kosten senken und die Abhängigkeit von den schwankenden Ölpreisen verringern, argumentiert die Caritas. Präsidentin Eva Welskop-Deffaa betonte, ein solcher Wandel würde die Preise für Verbraucher stabilisieren und gleichzeitig dem Umweltschutz dienen.

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Zudem setzt sich der Verband für einen besseren Zugang zu staatlichen Hilfen ein, darunter Wohngeld und Energieberatung. Mit dem Programm "Energie-Check" unterstützt die Caritas einkommensschwache Haushalte dabei, ihren Verbrauch zu reduzieren. Gleichzeitig fordert sie eine Reform der Sozialleistungen, um gezieltere Unterstützung zu ermöglichen.

Unklar bleibt bisher, wie viele Mietgebäude bereits auf grüne Heiztechnik setzen. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor, dass neue Heizungen ab der Einführung kommunaler Wärmepläne zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Bis dahin steigen die Quote schrittweise – ab 2029 gelten bundesweit einheitlich 15 Prozent.

Langfristig könnten die geplanten Änderungen die Energiekosten für Mieter senken. Ein rechtlicher Schub für erneuerbare Heizsysteme würde zudem zu den Klimazielen Deutschlands beitragen. Doch für einkommensschwache Familien bleibt die Belastung vorerst hoch – eine schnelle Entlastung ist nicht in Sicht.

Quelle