09 May 2026, 14:24

Eklat bei Gedenkfeier in Halle: Russische Symbole sorgen für Empörung am Befreiungstag

Denkmal mit einem Strauß weißer, roter und lila Blumen auf einem Gehweg neben einem Schild, mit Gedenktafeln an der Wand im Hintergrund.

Eklat bei Gedenkfeier in Halle: Russische Symbole sorgen für Empörung am Befreiungstag

Spannungen bei Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale)

Am Sonntag kam es bei der Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) auf dem Südfriedhof zu Auseinandersetzungen. Eine Gruppe mit russischen Flaggen und Symbolen löste unter den Teilnehmenden Empörung aus – die Veranstalter und Anwesenden verurteilten die Provokation als unangemessen und deplatziert.

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Die Feier begann mit Kränzeniederlegungen am Sowjetischen Ehrenmal, wo 977 sowjetische Bürgerinnen und Bürger bestattet sind. Zudem wurde in einer Gedenkstätte der deutschen Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime gedacht. Gisela Döring von der VVN-BdA würdigte deren Mut als bleibendes Vorbild im Kampf gegen Unterdrückung.

Die stellvertretende Oberbürgermeisterin Dr. Judith Marquardt legte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen Kranz nieder. Doch die Stimmung kippte, als Mitglieder der „Halle-Bewegung“ mit russischen Fahnen, Plakaten und Anstecknadeln auftauchten. Ihre Präsenz stieß bei Veranstaltern und Gästen auf scharfe Kritik.

Lukas Wanke (VVN-BdA) betonte später in einer Rede, dass die Erinnerung an die Rolle der Roten Armee im Kampf gegen den Faschismus nicht dazu führen dürfe, heutige Ungerechtigkeiten zu übersehen. Er warnte, der Kampf gegen rechtsextreme Ideologien bleibe dringlicher denn je. Eric Stehr, stellvertretender Landesvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt, pflichtete ihm bei und warnte vor einer Instrumentalisierung durch Regime, die für Terror und Zerstörung stehen.

Kritiker vor Ort warfen der VVN-BdA vor, indirekt die rechtspopulistische AfD und Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Die Organisation wies die Vorwürfe zurück und betonte, es gehe um historische Erinnerung – nicht um politische Stellungnahme.

Der Südfriedhof hat zwar symbolische Bedeutung, doch war Halle 1945 nicht von sowjetischen, sondern von der US-amerikanischen 104. Infanterie-Division befreit worden. Diese historische Tatsache verflocht sich mit den aktuellen Debatten und verstärkte die Kontroversen.

Die Veranstaltung endete mit ungelösten Spannungen zwischen denen, die den historischen Widerstand ehrten, und denen, die als Träger polarisierender Symbole wahrgenommen wurden. Die Veranstalter bekräftigten ihren Einsatz gegen Rechtsextremismus, distanzierten sich jedoch von aktuellen politischen Konflikten. Die Vorfälle werfen die Frage auf, wie künftige Gedenkfeiern Erinnerungskultur und heutige politische Sensibilitäten in Einklang bringen können.

Quelle