Energiekrise trifft Zoos: Wie Tierparks mit Solaranlagen und Biomasse kämpfen
Artur HofmannEnergiekrise trifft Zoos: Wie Tierparks mit Solaranlagen und Biomasse kämpfen
Deutsche Zoos und Wildparks kämpfen mit steigenden Energiekosten
Zoos und Wildparks in ganz Deutschland stehen vor wachsenden finanziellen Belastungen, da die Energiepreise weiter steigen. Einige Einrichtungen haben bereits Tiergehege reduziert, während andere auf erneuerbare Energien setzen, um die Kosten zu senken. Der Wandel kommt zu einer Zeit, in der Heiz- und Stromkosten einen beträchtlichen Teil ihrer Budgets verschlingen.
Im Zoo Braunschweig wird der Ausbau grüner Energie vorangetrieben. Die Anlage betreibt bereits eine 80-kW-Solaranlage sowie kleinere Photovoltaikmodule. Nun kommen zusätzliche 12 kW Solarleistung und ein 10-kW-Batteriespeicher hinzu, um die Abhängigkeit vom öffentlichen Netz weiter zu verringern. Anders als andere Parks schließt der Zoo jedoch aus, die Tierbestände zu verringern, um Kosten zu sparen.
Im Artenschutzzentrum Grasleben wurden ebenfalls Solaranlagen installiert, um den hohen Energiebedarf wärmeliebender Arten in beheizten Gehegen zu decken. Damit sollen die steigenden Ausgaben ausgeglichen werden, ohne die Tierhaltung zu beeinträchtigen.
Nicht alle Parks sind gleichermaßen betroffen. Der Wildpark Essehof setzt auf eine Biomasseheizung und hält seine Energiekosten damit niedriger als viele andere Einrichtungen. Dennoch machen Strom und Heizung immer noch 6 bis 8 Prozent der Gesamtausgaben aus. Der Wildpark Stöckheim gibt rund 2,5 Prozent seines Budgets für Energie aus – doch der Druck bleibt. Einige Parks haben bereits Tiere in andere Einrichtungen verlegt oder auf die Haltung bestimmter Arten verzichtet, um zu sparen.
Neben Solarenergie nutzt der Zoo Braunschweig auch ein Blockheizkraftwerk, einen Holzvergaser und eine Pelletheizung. Diese Systeme helfen, die Ausgaben trotz schwankender Energiemärkte zu stabilisieren.
Der Umstieg auf erneuerbare Energien wird für viele Zoos und Wildparks zunehmend zur Notwendigkeit. Angesichts der belastenden Kosten bieten Solarausbau und Biomasseanlagen eine Möglichkeit, den Betrieb aufrechtzuerhalten, ohne Tiergehege zu schließen. Vorerst setzen Einrichtungen wie der Zoo Braunschweig auf langfristige Lösungen statt auf kurzfristige Einsparungen.






