05 April 2026, 10:22

EU-Emissionshandel wird reformiert: Chemieindustrie erhält 2026 Entlastung durch kostenlose CO₂-Zertifikate

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" verkündet und für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 wirbt.

EU-Emissionshandel wird reformiert: Chemieindustrie erhält 2026 Entlastung durch kostenlose CO₂-Zertifikate

EU-Kommission stellt Reformen des Emissionshandels vor – Entlastung für Chemieindustrie ab 2026

Die Europäische Kommission wird in dieser Woche zentrale Reformen des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS) vorlegen. Zu den Änderungen gehören angepasste Referenzwerte, durch die Chemieunternehmen wie Evonik ab 2026 mehr kostenlose CO₂-Zertifikate erhalten sollen. Der Schritt folgt monatelangem Lobbydruck der Industrie, darunter Forderungen nach grundlegenden Überarbeitungen von Seiten der Wirtschaftselite.

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Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor gefordert, das ETS entweder komplett abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. Seine Kritik spiegelte die Sorgen energieintensiver Branchen wider, die unter hohen Kosten ächzen. Als Reaktion darauf plant die Kommission nun, die Produktionsmengen-Referenzwerte anzupassen, sodass Unternehmen Anspruch auf zusätzliche kostenlose Zuteilungen haben.

Zu den Reformen gehört auch das dauerhafte Ende der Streichung von Zertifikaten im Rahmen der Marktstabilitätsreserve (MSR). Diese Maßnahme soll die finanzielle Belastung der Hersteller verringern, ohne das Grundgerüst des ETS anzutasten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bestätigte die Änderungen in Brüssel und präsentierte sie als Ausgleich zwischen Klimazielen und wirtschaftlicher Stabilität.

Kullmann und der EU-Abgeordnete Peter Liese hatten kürzlich in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" pragmatische Kompromisse gefordert. Ihre Argumentation deckt sich mit dem nun verfolgten Ansatz der Kommission: gezielte Anpassungen statt einer kompletten Systemreform. Die offiziellen Vorschläge werden am Mittwoch vorgestellt.

Die überarbeiteten ETS-Regeln gelten rückwirkend ab 2026 und sollen Chemieproduzenten entlasten, die mit Werksschließungen oder Standortverlagerungen kämpfen. Die kostenlosen CO₂-Zertifikate für definierte Produktionsmengen dürften die durch die Energiekrise entstandenen Belastungen mindern. Der Plan der Kommission bewahrt das Kernelement des Systems, kommt der Industrie aber in zentralen Punkten entgegen.

Quelle