EZB plant Dreistufen-Strategie gegen explodierende Energiepreise durch Iran-Konflikt
Artur HofmannEZB plant Dreistufen-Strategie gegen explodierende Energiepreise durch Iran-Konflikt
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen dreistufigen Plan vorgelegt, um die steigenden Energiepreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt zu bekämpfen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte die Strategie vor, nachdem die Ölpreise im März 2026 die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten hatten – deutlich höher als in früheren Prognosen angenommen. Der Ansatz der EZB hängt davon ab, wie lange die Inflationsdrucke anhalten und wie Unternehmen sowie Haushalte darauf reagieren.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 sind die Ölpreise stark angestiegen. Der jüngste Preisschub, ausgelöst durch den Iran-Krieg, war in den EZB-Prognosen vom März 2024 nicht vorhergesehen. Die aktuellen Rohölkosten liegen nun nahe dem 95. Perzentil der erwarteten Preisspanne und entsprechen damit dem ungünstigen Szenario der Bank – nicht den üblichen Trends.
Die Modelle der EZB zeigen zwei mögliche Entwicklungen auf. Im ungünstigen Fall könnte die Gesamtinflation auf etwa 4 % steigen und dann schnell zurückgehen, während das Wirtschaftswachstum bis Ende 2026 stagniert, bevor es sich 2028 erholt. Ein schwerer Schock hingegen könnte eine leichte Rezession auslösen und die Kerninflation länger auf hohem Niveau halten.
Als Reaktion darauf wird der EZB-Rat bei jeder Sitzung zwischen drei Optionen wählen. Die erste besteht darin, einen kurzfristigen Energieschock zu ignorieren, da politische Anpassungen zu spät kämen, um noch Wirkung zu zeigen. Die zweite sieht schrittweise Korrekturen vor, falls die Inflation das Ziel vorübergehend übersteigt, aber nicht von Dauer ist. Die dritte erfordert entschlossenes Handeln, wenn die Inflation über einen längeren Zeitraum erhöht bleibt. Jede Entscheidung erfordert ein komplexeres geordnetes Probit-Modell statt eines Standardmodells, um die Risiken präzise zu bewerten.
Die nächsten Schritte der EZB hängen davon ab, wie sich die Energiepreise entwickeln und ob die Inflation hartnäckig bleibt. Der starke Ölpreisanstieg hat die Kosten bereits in ungewöhnliche Höhen getrieben und zwingt die Währungshüter, zwischen Stagnation und anhaltendem Preisanstieg abzuwägen. Die gewählte Reaktion wird den wirtschaftlichen Weg des Euroraums in den kommenden Jahren prägen.






