14 March 2026, 00:26

Galeria kämpft ums Überleben – trotz Neustart droht die nächste Insolvenz

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Insolvenzfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datenkontext bietet.

Hohes 'Cash-Burn': Galeria stolpert in die nächste Krise - Galeria kämpft ums Überleben – trotz Neustart droht die nächste Insolvenz

Galeria steckt erneut in finanziellen Turbulenzen – trotz Neustart 2024

Die Probleme des Warenhauskonzerns Galeria reißen nicht ab. Trotz eines Relaunches in diesem Jahr kämpft das Unternehmen mit 83 Standorten und rund 12.000 Beschäftigten weiter um sein Überleben. Für die kommende Wintersaison wurden die Bestellungen drastisch gekürzt. Lieferanten und Kreditversicherer stellen inzwischen infrage, ob das Unternehmen ohne schnelle Kurskorrektur überleben kann.

Seit Dezember haben sich die Schwierigkeiten verschärft: Umsatz- und Gewinnziele werden konsequent verfehlt, ein massiver "Cash Burn" hat Galeria in eine prekäre Lage gebracht. Branchenexperten warnen, dass ohne eine baldige Stabilisierung der Finanzen eine erneute Insolvenz drohen könnte.

Die Führungsetage ist zudem von Instabilität geprägt. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Olivier van den Bossche und Finanzvorstand Christian Sailer haben das Unternehmen bereits verlassen. Auch in unteren Managementebenen – etwa in Einkauf, Controlling und Personal – gab es einen hohen Wechsel. Diese Personalrochaden an der Spitze erschweren es, das Unternehmen zu stabilisieren.

Auch die Eigentümer geraten zunehmend in die Kritik. Die Investoren Bernd Beetz und Richard Baker, die Galeria im Februar 2023 übernommen haben, haben bisher nur 50 Millionen Euro Eigenkapital eingezahlt – deutlich weniger als die 180 Millionen Euro, die der Finanzinvestor Bain Capital als Darlehen bereitstellte. Insider berichten, der Großteil der Mittel der neuen Eigentümer stamme aus der frühen Phase der Übernahme; erst jüngst seien einstellige Millionenbeträge geflossen.

Die angespannte Finanzlage verunsichert die Lieferanten, von denen viele zögern, neue Aufträge zu bedienen. Auch Kreditversicherer zeigen sich besorgt und streiten teilweise über die Deckung von Forderungen. Gleichzeitig laufen Verhandlungen über die mögliche Schließung von acht Filialen – die Zukunft der Kette wirkt damit immer ungewisser.

Die gekürzten Winterbestellungen und die anhaltenden Führungsturbulenzen deuten auf ein Unternehmen unter massivem Druck hin. Falls sich die Umsätze nicht erholen und die Lieferanten ihre Unterstützung weiter zurückfahren, könnten weitere Filialschließungen – oder sogar eine erneute Insolvenz – folgen. Die kommenden Monate werden für den angeschlagenen Händler entscheidend.

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