Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland: Preise sinken – doch nicht für alle Modelle
Lilian BarthGebrauchtwagenmarkt in Deutschland: Preise sinken – doch nicht für alle Modelle
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat in den letzten Jahren deutliche Veränderungen erlebt. Während der Pandemie stiegen die Preise stark an, doch seitdem ist eine Entspannung zu beobachten. Faktoren wie Lieferkettenstörungen und veränderte Nachfrage haben die Fahrzeugwerte neu geformt.
Die Coronavirus-Pandemie löste ein globales Chaos in den Lieferketten aus und traf die Automobilbranche besonders hart. Ein Mangel an Halbleitern entstand, als Hersteller Kapazitäten auf Unterhaltungselektronik und IT verlagerten. Allein 2021 führte dies zu einem Produktionsrückgang von schätzungsweise 7 bis 11 Millionen Fahrzeugen weltweit.
Der Mangel an Neuwagen trieb Käufer auf den Gebrauchtmarkt, wo die Preise zwischen 2021 und 2022 um etwa 19 Prozent stiegen. Lieferverzögerungen bei Neufahrzeugen verschärften die Nachfrage zusätzlich. Bis Anfang 2025 war der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis in Deutschland jedoch auf rund 27.800 Euro gesunken – etwa fünf Prozent niedriger als der Höchststand von 2023.
Nicht alle Fahrzeugtypen folgten diesem Trend. SUVs und Kompaktmodelle wie der VW Tiguan oder der BMW X1 behalten ihren Wert gut. Auch deutsche Premiumfahrzeuge mit Verbrennungsmotor bleiben stabil. Dagegen verlieren Kleinwagen und Luxus-Elektroautos schneller an Wiederverkaufswert: Drei Jahre alte rein elektrische Modelle sind heute nur noch etwa die Hälfte ihres ursprünglichen Preises wert.
Die Zahl der Halterwechsel stieg 2024 um 7,4 Prozent auf rund 6,48 Millionen Fahrzeuge. Dies spiegelt eine starke Nachfrage wider, doch schnelle technologische Fortschritte und hohe Leasingquoten haben die Preise in einigen Segmenten gedämpft.
Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt dynamisch, wobei sich die Preise nach den pandemiebedingten Höchstständen wieder normalisieren. SUVs und deutsche Premiummodelle halten ihren Wert, während Luxus-Elektroautos und Kleinwagen stärker an Wert verlieren. Diese Entwicklungen zeigen die anhaltenden Verschiebungen in den Käuferpräferenzen und den Angebotsbeschränkungen.






