14 March 2026, 06:48

Günther Jauch kauft Loriots ehemaliges Domizil am Starnberger See

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Stil aus.

Günther Jauch kauft Loriots ehemaliges Domizil am Starnberger See

Günther Jauch, der bekannte Fernsehmoderator, hat das ehemalige Domizil von Vicco von Bülow – besser bekannt als Loriot – am Ufer des Starnberger Sees erworben. Mit diesem Kauf verbinden sich zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Kultur, denn Jauch verehrte schon lange Loriots scharfen Witz und sein komödiantisches Genie.

Loriot, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer adligen mecklenburgischen Familie, deren Wappen einen goldenen Pirol zierte – eine Inspiration für seinen Künstlernamen.

In den 1950er-Jahren wurde Loriot mit humorvollen Büchern wie Der gute Ton – Ein unentbehrlicher Ratgeber für feine Leute und Reinhold das Nashorn – Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestricks berühmt. Später erweiterte er sein Schaffen um das Kino und drehte zwei beliebte Komödien: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991). Beide Filme spielten mit Evelyn Hamann, seiner langjährigen Leinwandpartnerin seit 1976.

Einer seiner bekanntesten Sketche, Die Nibelungen (1976) – oft fälschlich als Wohnungsverwüstung bezeichnet –, zeigte, wie ein kleiner Unfall in einem Wohnzimmer ins Chaos münden kann. Trotz seiner Verbindung zum Starnberger See entstanden viele seiner Werke an anderen Orten. Ödipussi wurde unter anderem im Münchner Hotel Vier Jahreszeiten, im Englischen Garten und in Grünwald gedreht. Pappa ante Portas nutzte Schauplätze wie den Marienplatz, die Isar und das Stadtviertel Bogenhausen, während die Geburtstagsparty-Szene auf dem Ahlbecker Pier spielte – Deutschlands ältester Seebrücke. Auch das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg hatte eine Schlüsselrolle und markierte den Beginn des Unglücks der Familie Lohse im Film.

Jauchs Erwerb des Anwesens am Starnberger See reiht sich in sein Engagement für den Erhalt kultureller Stätten ein. Bereits zuvor hatte er die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam unterstützt und damit sein Bekenntnis zur Bewahrung des deutschen Kulturerbes unterstrichen.

Das Haus gehört nun Jauch, doch seine Verbindung zu Loriots Filmen bleibt begrenzt. Dennoch steht das Anwesen symbolisch für die Verbindung zweier einflussreicher Persönlichkeiten – des Satirikers und des Medienmanns. Zwar spielten Loriots Werke oft an verschiedenen Orten Deutschlands, doch das Haus am Starnberger See fügt seinem Vermächtnis eine weitere Facette hinzu – und bereichert nun Jauchs Sammlung kultureller Schätze.

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