Hamburger Gericht verurteilt Mann wegen homophober Angriffe in der U-Bahn
Lilian BarthHamburger Gericht verurteilt Mann wegen homophober Angriffe in der U-Bahn
Ein Hamburger Gericht hat einen Mann wegen homophober Beleidigungen und Bedrohungen verurteilt, nachdem er im Oktober 2024 einen anderen Fahrgast in der U-Bahn angegriffen hatte. Michael W. hatte Tibor P. mit abwertenden Äußerungen wegen dessen sexueller Orientierung beschimpft. Die Richterin lobte später eine Zeugin, die sich schützend vor das Opfer gestellt hatte.
Der Vorfall ereignete sich, als Tibor P. nach dem Besuch eines Schwulenclubs mit der Hamburger U-Bahn auf dem Heimweg war. Michael W. starrte ihn zunächst an, bevor er abfällige Kommentare über dessen Lackschuhe machte. Anschließend steigerte er seine Angriffe, nannte Tibor P. einen "Keim", eine "Krankheit" und ein "Schwuchtel" – das Opfer fühlte sich gedemütigt und verängstigt.
Eine Passantin griff ein, doch Michael W. bedrohte auch sie. Vor Gericht gab er zu, Tibor P. wegen seiner Schuhe verspottet zu haben, bestritt jedoch jede körperliche Attacke. Die Richterin betonte, dass die Beleidigungen eindeutig auf die sexuelle Orientierung des Opfers abzielten, und würdigte den Mut der Zeugin.
Michael W. entschuldigte sich während der Verhandlung, was Tibor P. annahm. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 1.200 Euro, zahlbar in 150 Tagessätzen.
Die Verurteilung reiht sich in eine zunehmende Zahl gemeldeter homophober Vorfälle im öffentlichen Raum ein. Während Michael W. mit einer finanziellen Strafe davonkam, zeigte sich Tibor P. erleichtert über das Urteil. Der Fall unterstreicht zudem die wichtige Rolle von Zuschauern, die sich gegen solche Übergriffe stellen.






