Joe Lycett wird zu Hugo Boss – eine provokante Namensänderung mit Hintergrund
Lilian BarthJoe Lycett wird zu Hugo Boss – eine provokante Namensänderung mit Hintergrund
Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – eine provokante Aktion im Rahmen seiner Fernsehsendung Got Your Back. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit der langjährigen Praxis des Modekonzerns Hugo Boss, kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" mit juristischen Drohungen zu überziehen.
Das 1924 gegründete Modelabel Hugo Boss hat wiederholt kleinere Organisationen abgemahnt, die "BOSS" in ihren Namen führen. Die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit einer Klage konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab rund 12.000 Euro aus, um sich gegen eine Unterlassungsaufforderung des Konzerns zu wehren.
Die aggressive juristische Vorgehensweise des Unternehmens steht in krassem Gegensatz zu seiner belasteten Vergangenheit. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte Hugo Boss SS-Uniformen für die Nationalsozialisten – unter Einsatz von Zwangsarbeit. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen öffentlich für das "Leid und die Entbehrungen", die in seiner Kriegsproduktion verursacht wurden. Auch der Firmengründer Hugo Boss war bekanntes Mitglied der NSDAP und Unterstützer Adolf Hitlers.
Lycetts Namensänderung ist Teil einer Aktion für seine Show, bei der er plant, unter dem Namen Hugo Boss ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. Im Gegensatz zum historischen Hugo Boss betonte er jedoch, dass er keine Verbindung zur Produktion von NS-Uniformen habe.
Trotz seiner dunklen Geschichte und anhaltender Rechtsstreitigkeiten erwirtschaftet der Modekonzern weiterhin jährlich Umsätze von über 2,7 Milliarden Euro. Lycetts Aktion lenkt nun erneut die Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit des Unternehmens und seine aktuelle Praxis bei der Durchsetzung von Markenrechten.






