Jungheinrich reagiert auf Gewinnsturz mit überraschendem Führungswechsel
Artur HofmannJungheinrich reagiert auf Gewinnsturz mit überraschendem Führungswechsel
Jungheinrich kündigt Führungswechsel nach deutlichem Gewinnrückgang an
Nach einem starken Einbruch der Erträge hat der Logistikriese Jungheinrich einen bedeutenden Wechsel in der Unternehmensführung bekannt gegeben. Der Aufsichtsrat und Finanzvorständin Heike Wulff einigten sich darauf, ihr Mandat nicht zu verlängern. Die Entscheidung fällt in eine schwierige Phase, geprägt von sinkenden Gewinnen und einem spürbaren Rückgang des Börsenwerts.
Der Hamburger Gabelstaplerhersteller meldete, dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte eingebrochen ist. Als Gründe wurden der harte Wettbewerb und ein Streik am Produktionsstandort Lüneburg genannt, die die finanzielle Performance des Unternehmens stark belastet haben.
Seit Ende 2025 hat sich die Marktkapitalisierung von Jungheinrich um fast 30 Prozent verringert und liegt derzeit bei rund 2,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen bleibt mehrheitlich im Besitz der Gründerfamilie: 54 Millionen stimmberechtigte Stammaktien – das entspricht 53 Prozent des Gesamtkapitals – sind gleichmäßig auf die Nachkommen der beiden Töchter von Friedrich Jungheinrich aufgeteilt. Weitere 45 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien werden öffentlich im MDAX gehandelt.
Mit dem Abgang von Wulff übernimmt Vorstandschef Lars Brzoska vorläufig die Leitung des Finanzressorts. Er wird die Finanzoperationen so lange steuern, bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist. Der Führungswechsel erfolgt zu einer Zeit, in der Jungheinrich unter anhaltendem finanziellen Druck steht. Brzoskas interimistische Verantwortung soll die Finanzabteilung stabilisieren, während das Unternehmen nach einem neuen Finanzvorstand sucht. Durch den fortbestehenden Mehrheitsanteil der Familie bleibt deren Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens weiterhin maßgeblich.






