Karlspreis 2026 geht an Mario Draghi – nach Kolesnikowas mutiger Ehre 2022
Artur HofmannSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Karlspreis 2026 geht an Mario Draghi – nach Kolesnikowas mutiger Ehre 2022
Der Internationale Karlspreis wurde in den letzten Jahren an zwei herausragende Persönlichkeiten verliehen. 2022 erhielt die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa die Auszeichnung – noch während sie in Haft saß. In diesem Jahr geht der Preis für 2026 an Mario Draghi, den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten.
Die Auszeichnung würdigt Personen und Institutionen für ihren Beitrag zur Einheit Europas und zu seinen Werten.
Maria Kolesnikowa, eine ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin, wurde zu einer Schlüsselfigur der prodemokratischen Proteste in Belarus 2020. Nach ihrer Festnahme weigerte sie sich, das Land zu verlassen, und wurde später zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt. Trotz ihrer Inhaftierung ehrte sie das Karlspreis-Komitee 2022 für ihren Einsatz für freie Wahlen und Menschenrechte.
Die Verleihungszeremonie findet traditionell im Krönungssaal von Aachen statt. Kolesnikowa konnte damals nicht persönlich teilnehmen, doch die diesjährige Veranstaltung am 16. März 2026 stand im Zeichen eines weiteren prominenten Preisträgers: Mario Draghi, bekannt für seine Führungsrolle während der europäischen Finanzkrisen, wurde als Laureat 2026 ausgezeichnet.
Zu den früheren Preisträgern zählen weltweite Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Der Preis rückt Bemühungen in den Fokus, die Demokratie, Zusammenarbeit und europäische Ideale stärken.
Kolesnikowas Fall lenkte die internationale Aufmerksamkeit auf die politische Repression in Belarus. Ihre Auszeichnung 2022 erfolgte, während sie weiterhin inhaftiert war, und unterstrich damit die Bedeutung des Preises für die Würdigung von Mut unter schwierigsten Bedingungen. Mit der Wahl Draghis 2026 setzt die Tradition fort, Persönlichkeiten zu ehren, die die Zukunft Europas prägen.