15 May 2026, 06:21

KNDS investiert eine Milliarde Euro in neue Produktionsstätten für Militärfahrzeuge

Militärischer Personentransporter mit montierter großer Waffe, der auf einer Straße neben einem Wald fährt.

KNDS investiert eine Milliarde Euro in neue Produktionsstätten für Militärfahrzeuge

Deutscher Rüstungskonzern KNDS baut Produktion von Militärfahrzeugen aus – Investitionen von einer Milliarde Euro geplant

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Der deutsche Rüstungsverbund KNDS erweitert seine Kapazitäten für die Herstellung von Militärfahrzeugen und plant Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro. Das Unternehmen verhandelt derzeit über die Übernahme von Werken der Konzern Mercedes-Benz und Volkswagen. Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach gepanzerten Fahrzeugen, während die Bundeswehr bis zu 3.000 Radpanzer des Typs Boxer bestellen will.

Die möglichen Geschäfte würden KNDS zusätzliche Produktionsflächen sichern. Das Unternehmen betreibt bereits ein Werk in Görlitz, das es nach der Übernahme des ehemaligen Alstom-Standorts aufgebaut hat.

Mit Mercedes-Benz verhandelt KNDS über das Werk in Ludwigsfelde bei Berlin. Der Automobilhersteller verlagert die Produktion seines Sprinter-Transporters nach Polen, wodurch die Zukunft des Standorts ungewiss ist. Eine der diskutierten Optionen sieht vor, Teile der Anlage an KNDS zu verpachten, um dort Militärfahrzeuge zu montieren – eine Lösung, die beiden Unternehmen die gemeinsame Nutzung des Geländes ermöglichen würde.

Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Werks in Ludwigsfelde steht jedoch noch aus. Parallel dazu prüft KNDS den Kauf des Volkswagen-Werks in Osnabrück, wo die Produktion 2027 enden soll. Der Wolfsburger Konzern evaluiert derzeit verschiedene Optionen für den Standort, der für KNDS zu einem zentralen Standort der Expansion werden könnte.

Der Rüstungskonzern hat bereits unter Beweis gestellt, dass er Industrieanlagen erfolgreich umwidmen kann: 2022 übernahm KNDS das ehemalige Alstom-Schienenfahrzeugwerk in Görlitz und baute es zu einem Zentrum für die Produktion gepanzerter Fahrzeuge um. Die geplante Investition von einer Milliarde Euro soll die Kapazitäten für Panzer und militärische Transportfahrzeuge weiter ausbauen – im Einklang mit den Plänen der Bundesregierung zur Modernisierung der Streitkräfte.

Die erwartete Bestellung der Bundeswehr von bis zu 3.000 Boxer-Fahrzeugen – ein Modell, das von KNDS hergestellt wird – hat den Bedarf an zusätzlichen Produktionslinien beschleunigt. Gespräche mit weiteren Unternehmen über mögliche Standorte laufen, doch wurden bisher keine weiteren Details bekannt.

Sollten die geplanten Übernahmen gelingen, würde KNDS seine Produktionspräsenz in Deutschland deutlich ausweiten. Mit dem Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro will das Unternehmen die wachsende Nachfrage nach militärischer Ausrüstung bedienen. Ob und wann es zu konkreten Vereinbarungen über die Werke in Ludwigsfelde und Osnabrück kommt, bleibt vorerst jedoch offen.

Quelle