27 April 2026, 12:32

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer

Ein steinernes Denkmal mit einer Uhr darauf, das mit Text beschriftet ist, steht in einem Park umgeben von Bäumen und Gebäuden unter einem klaren Himmel und erinnert an den 24. Jahrestag des Völkermords in Armenien.

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer

Ein neu erschienener Roman soll den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer bringen."Auf der Straße tragen wir andere Namen" von Laura Cwiertnia wurde im März von Reclam Verlag als Pflichtlektüre für Schulen veröffentlicht. Das Buch behandelt Themen wie Völkermord, Gewalt und Diskriminierung – Inhalte, die trotz offizieller Forderungen nach ihrer Aufnahme oft im Lehrplan fehlen.

Vor 111 Jahren, während des Völkermords an den Armeniern, wurden im Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Menschen systematisch ermordet. Historische Quellen belegen zudem die Mittäterschaft Deutschlands an diesen Gräueltaten. Doch trotz der historischen Bedeutung wird das Thema in Schulen nur selten behandelt.

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Lehrkräfte nennen überfüllte Lehrpläne, knappe Zeitvorgaben und fehlende geeignete Materialien als Gründe für die Auslassung. Dabei hatte der Bundestag bereits 2016 in einer Resolution explizit gefordert, den Völkermord im Unterricht zu thematisieren. Der neue Roman könnte hier Abhilfe schaffen, indem er Schülerinnen und Schüler über Literatur emotional an das Thema heranführt.

Die Literaturwissenschaftlerin und Pädagogin Swantje Ehlers hat das Buch mit einem Kommentar und historischen Kontext versehen. Sie argumentiert, dass fiktionale Erzählungen Jugendlichen helfen können, sich auf persönlicher Ebene mit den historischen Ereignissen auseinanderzusetzen. Die Themen des Romans – Migration, Diskriminierung und Überleben – spiegeln dabei größere Debatten über Erinnerung und Gerechtigkeit wider.

Die Veröffentlichung von Cwiertnias Werk fällt in eine Zeit, in der Lehrkräfte nach Wegen suchen, um den Bundestagsbeschluss von 2016 umzusetzen. Wird der Roman flächendeckend eingesetzt, könnte er dazu beitragen, den Völkermord an den Armeniern fest im Schulcurriculum zu verankern. Bisher bleibt er jedoch eine von wenigen verfügbaren Ressourcen für Lehrende, die sich mit einer Geschichte beschäftigen, die Deutschland lange nur zögerlich aufgearbeitet hat.

Quelle