13 March 2026, 20:33

Niedersachsen vereinheitlicht Arzneimittelversorgung ab 2026 mit neuem Vertrag

Ein Arzt in lila Handschuhen spritzt einem Mann ein Vakzin in den Mund mit einer Spritze.

Niedersachsen vereinheitlicht Arzneimittelversorgung ab 2026 mit neuem Vertrag

Einheitlicher Apotheken-Versorgungsvertrag für Niedersachsen unterzeichnet

Der Landesapothekerverband (LAV) Niedersachsen und die gesetzlichen Krankenkassen haben einen neuen, einheitlichen Vertrag für die Arzneimittelversorgung in Niedersachsen abgeschlossen. Die Vereinbarung, die am 1. Juli 2026 in Kraft tritt, ersetzt das bisherige Flickwerk aus veralteten Regelungen durch ein standardisiertes Rahmenwerk. Sie umfasst Medikamente, Impfstoffe und Notfallausrüstungen, die von Vertragsärzten in der Region genutzt werden.

Die bisherigen Bestimmungen waren bis Ende 2025 außer Kraft gesetzt worden, was monatelange Verhandlungen nach sich zog. Das Ergebnis ist ein schlankeres System, das Bürokratie abbauen und gleichzeitig die zuverlässige Versorgung mit essenziellen medizinischen Produkten sicherstellen soll. Nach den neuen Konditionen erhalten Apotheken höhere Vergütungen für die Lieferung von Impfstoffen – beginnend bei 80 Cent pro Dosis, die auf einen Euro steigen, sobald bestimmte Zielvorgaben erfüllt sind.

Erstmals gelten nun auch einheitliche Prioritätsregeln für gebrauchsfertige Arzneimittel in der Praxisversorgung. Dazu zählen Impfstoffe, Notfallmedikamente und Mehrdosenpräparate. Zudem wurde eine Friedenspflicht vereinbart, um Unterbrechungen bis zum offiziellen Inkrafttreten des Vertrags am 1. Juli zu verhindern.

Der Vertrag nennt keine zentralen Großhändler oder Änderungen in der Logistik, konzentriert sich stattdessen auf mehr Effizienz, Kostenkontrolle und Qualität in der Lieferkette. Apotheken erhalten damit klarere und einheitlichere Vorgaben für die Belieferung von Ärzten mit Medikamenten.

Die neue Vereinbarung markiert den Wechsel von zersplitterten Regelungen zu einem flächendeckenden System in Niedersachsen. Apotheken profitieren von höheren Vergütungen für Impfstofflieferungen, während Ärzte von einer planbareren Versorgung ausgehen können. Die Änderungen treten ab dem 1. Juli 2026 vollständig in Kraft, ohne dass es kurzfristig Anpassungen in den bestehenden Logistiknetzwerken gibt.

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