07 May 2026, 06:19

NRW setzt auf OSINT: Wie die Polizei digitale Ermittlungen revolutioniert

Ein Mann mit einem freundlichen Lächeln im Anzug und Krawatte steht vor einem unscharfen Hintergrund, mit Text auf der rechten Seite, der besagt, dass er Zugang zu Wissen und Werkzeugen hat, um gewalttätigen Extremismus durch das Strong Cities Network herauszufordern.

NRW setzt auf OSINT: Wie die Polizei digitale Ermittlungen revolutioniert

Nordrhein-Westfalen stärkt digitale Kompetenzen der Polizei mit großem OSINT-Ausbau

Mit der Initiative Digitale Streife treibt Nordrhein-Westfalen den Ausbau der Open-Source-Intelligence (OSINT)-Fähigkeiten seiner Polizeikräfte voran. Ziel ist es, die Ermittlungsbehörden besser bei der Beschaffung und Auswertung öffentlich zugänglicher Informationen aus dem Internet zu unterstützen. Dafür wurden Teams erweitert, Beamte geschult und die technische Infrastruktur modernisiert, um den Anforderungen der heutigen Polizeiarbeit gerecht zu werden.

Den Anfang machte die Erweiterung des Landeskriminalamts (LKA) in Düsseldorf. Aus einer einst kleinen Zweier-Einheit für OSINT ist mittlerweile die Abteilung 22.2 geworden, geleitet von Fabian Coenen. Sein 16-köpfiges Team – bestehend aus IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftlern – konzentriert sich vor allem auf politisch motivierte Kriminalität.

Im Rahmen von Digitale Streife wurden zehn neue Beamte beim LKA eingestellt, sechs davon in Coenens Abteilung. Zudem sind fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Polizeibehörden – den sogenannten §4-Behörden – eingebunden. Diese Einheiten bieten bei schnell eskalierenden politischen Ereignissen schnelle OSINT-Unterstützung.

Ein zentraler Baustein des Programms ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), leitet die Schulungen. Die Beamten lernen, wie sie Daten aus öffentlichen Quellen wie sozialen Medien gewinnen und analysieren – und das alles an ihren bestehenden Arbeitsplätzen. So bleibt die Einsatzfähigkeit gewahrt, und die Ermittlungen bleiben rechtlich einwandfrei.

Die OSINT-Offensive bedeutet einen deutlichen Fortschritt für die nordrhein-westfälische Polizei. Spezialisierte Teams können Online-Bedrohungen nun gezielter überwachen, während geschulte Beamte digitale Ermittlungsmethoden direkt in laufenden Einsätzen anwenden. Die Expansion spiegelt einen größeren Trend wider: die zunehmende Verknüpfung von Technologie mit dem Polizeialltag.

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