Oettinger reformiert Führung in schwierigen Zeiten für den Biermarkt
Joseph KreuselOettinger reformiert Führung in schwierigen Zeiten für den Biermarkt
Oettinger, eine der ältesten familiengeführten Brauereien Deutschlands, hat zwei neue Mitglieder in die Geschäftsführung berufen. Thilo R. Pomykala wird sein Amt am 1. April antreten und damit Dominika Steinberg ergänzen, während das Unternehmen seine Führung neu strukturiert. Die Veränderungen folgen auf den Abschied des ehemaligen Geschäftsführers Stefan Blaschak.
Die 1731 gegründete Brauerei Oettinger bleibt ein wichtiger Akteur in der deutschen Getränkebranche. Mit einem Ausstoß von rund sechs Millionen Hektolitern pro Jahr – genug, um etwa eine Milliarde Flaschen und Dosen zu füllen – belegt das Unternehmen Platz sieben unter den größten Brauereien Deutschlands nach Verkaufsvolumen. Doch das Traditionsunternehmen steht vor Herausforderungen: Dazu zählen die Schließung des großen Braustandorts Braunschweig sowie Schwierigkeiten, den Betrieb der Eichbaum-Brauerei in Mannheim aufrechtzuerhalten. Diese Probleme fallen in eine Phase, in der der deutsche Biermarkt 2025 um 6 % geschrumpft ist – der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung.
Thilo R. Pomykala bringt umfangreiche Erfahrung in die neue Position ein. Seine Karriere begann bei Unilever, bevor er zu Semper idem Underberg AG und später zu Meggle wechselte. Zuletzt war er über sechs Jahre als Geschäftsführer bei Hochwald tätig, wo er die Bereiche Vertrieb, Marketing und Innovation leitete. In dieser Zeit prägte er maßgeblich die Unternehmensstrategie und trieb wichtige Initiativen im Bereich der schnelldrehenden Konsumgüter (FMCG) voran.
Auch Dominika Steinberg wird in die Geschäftsführung einsteigen und dort für Produktion, Technik, Personal sowie IT verantwortlich sein. Die Brauerei beschäftigt an ihren beiden Hauptstandorten in Oettingen (Bayern) und Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) rund 700 Mitarbeiter:innen.
Pia Kollmar, Eigentümerin und Geschäftsführerin von Oettinger, zeigte sich zufrieden mit der Berufung Pomykalas. Die Neuaufstellung der Führungsebene soll das Unternehmen in einem schwierigen Marktumfeld stärken.
Die neue Geschäftsführung übernimmt die Verantwortung zu einer entscheidenden Phase für Oettinger. Während Pomykala die kaufmännische Strategie vorantreibt, wird Steinberg die operativen Bereiche leiten. Ziel ist es, die Position des Unternehmens in einem schrumpfenden Markt zu stabilisieren. Nach fast drei Jahrhunderten in der Branche bleibt Oettinger weiterhin in Familienbesitz.






