16 April 2026, 10:24

Offener Netzzugang revolutioniert Deutschlands Glasfaserausbau und Wettbewerb

Plakat, das das Affordable Connectivity Program bewirbt, mit Text, der besagt, dass über 15 Millionen Haushalte für hochgeschwindigkeitsinternet gespart haben, und einem Programm-Logo.

Offener Netzzugang revolutioniert Deutschlands Glasfaserausbau und Wettbewerb

Deutschlands Glasfaserbranche setzt auf offenen Netzzugang, um Wettbewerb und Effizienz zu steigern

Mit fast 300 Anbietern, die bundesweit die Infrastruktur ausbauen, gewinnen standardisierte Schnittstellen und geteilte Netze an Bedeutung. Ziel der Entwicklung ist es, Anschlüsse zu vereinfachen und Kunden mehr Wahlmöglichkeiten bei den Anbietern zu bieten.

Ein zentraler Schritt in diesem Wandel ist die Einführung von S/PRI, einer standardisierten Schnittstelle, die die Kompatibilität zwischen verschiedenen Glasfasernetzen verbessern soll. Dieser technische Fortschritt verringert den Aufwand beim Verbinden unterschiedlicher Betreiber-Systeme.

Bereits mehrere Unternehmen haben sich dem offenen Netzzugang angeschlossen. Deutsche GigaNetz schloss kürzlich Vereinbarungen mit dem schwedischen Internetdiensteanbieter Bahnhof und Westconnect, um Drittanbietern den Zugang zu seiner Infrastruktur zu ermöglichen. Gleichzeitig bereitet Plusnet vor, eigene Dienste über die Netze von OXG anzubieten. Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge kündigten zudem an, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 für externe Anbieter zu öffnen.

Branchenvertreter betonen sowohl die Vorteile als auch die Herausforderungen dieses Modells. Steven Blount von EWE Tel wies darauf hin, dass offener Netzzugang zwar höhere Anfangsinvestitionen erfordert, dafür aber eine vollständige Auslastung der Netze garantiert. Marc Kahabka von VSE Net warnte, dass die Nachrüstung bestehender Netze mit neuen Standards schwierig werden könnte. Frank Rosenberger von 1&1 Versatel ergänzte, dass mittlerweile 83 Prozent ihrer Kunden die Freiheit erwarten, den Anbieter wechseln zu können.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Regulierungsbehörden beobachten die Entwicklung genau. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), forderte strengere Kontrollen für Fälle, in denen offener Netzzugang keinen fairen Wettbewerb ermöglicht.

Der Trend zum offenen Netzzugang verändert den deutschen Glasfasermarkt grundlegend. Betreiber schließen Partnerschaften, führen neue Standards ein und bereiten sich auf geteilte Infrastrukturen vor. Kunden profitieren von mehr Auswahl – während die Aufsichtsbehörden notfalls eingreifen könnten, um sicherzustellen, dass das System wie vorgesehen funktioniert.

Quelle