Reiches Solar-Reformen lösen heftige Kritik aus – "Solarkiller" oder Energiewende-Bremse?
Lilian BarthEnergiefachleute von SPD und Grünen kritisieren Reichs Gesetzespläne - Reiches Solar-Reformen lösen heftige Kritik aus – "Solarkiller" oder Energiewende-Bremse?
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiches geplante Reformen im Bereich Solarenergie und Stromnetze stoßen auf scharfe Kritik. Die Pläne, die Anfang 2026 durchgesickert sind, sehen vor, die Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen unter 25 kW abzuschaffen. Sowohl die SPD als auch die Grünen verurteilen die Änderungen als Rückschritt für die erneuerbaren Energien.
Der Reformentwurf trifft auf Widerstand bei Politikern, Umweltschutzverbänden und Vertretern der Branche. Die SPD-Energieexpertin Nina Scheer bezeichnete die Vorschläge als "völlig in die falsche Richtung gehend".
Scheer warnte, die Kürzungen würden kostengünstige Energiequellen abwürgen. Sie argumentierte, der Wegfall der Subventionen für Dach-Solaranlagen untergrabe dringend benötigte Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Reformen, so ihre Kritik, würden die "Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zementieren", statt den Umstieg auf saubere Energie zu beschleunigen.
Zudem wies Scheer die Behauptung zurück, der deutsche Atomausstieg sei ein Fehler gewesen. Stattdessen bestünde sie darauf, dass Reformen auf einen systemischen Wandel hin zu erneuerbaren Energien abzielen müssten. Sie forderte eine Überarbeitung der Pläne, um sie mit den ursprünglichen Klimazielen der Koalition in Einklang zu bringen.
Auch der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, schloss sich der Kritik an. Er forderte eine "Unabhängigkeitserklärung von fossilem Öl und Gas". Gleichzeitig bezeichnete die grüne Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge die geplanten Änderungen als "Solarkiller" und argumentierte, sie würden die Verbreitung kleiner Solaranlagen zerstören.
Die Bundesregierung hat auf die massive Kritik bisher öffentlich nicht reagiert. Zwar gibt es innerhalb der SPD internen Widerstand gegen die Reformen, doch konkrete Gegenvorschläge der Koalitionspartner liegen bisher nicht vor.
Die durchgesickerten Entwürfe bleiben weiter in der Schusslinie, ohne dass es eine offizielle Stellungnahme aus Reiches Ministerium gibt. Kritiker befürchten, die Änderungen würden die Ausweitung der erneuerbaren Energien in Deutschland bremsen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verlängern. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen innerhalb der Koalition über die künftige Energiepolitik auf.






