Sienna Rose: Existiert die gefeierte Soulsängerin überhaupt oder ist sie nur KI?
Artur HofmannAI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Sienna Rose: Existiert die gefeierte Soulsängerin überhaupt oder ist sie nur KI?
Die Soulsängerin Sienna Rose steht im Mittelpunkt einer wachsenden Debatte über KI-generierte Musik. Mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify bringt sie ihren Machern über 2.000 Euro pro Woche ein – doch viele stellen infrage, ob sie überhaupt existiert. Ermittlungen deuten darauf hin, dass ihr rasanter Aufstieg, das Fehlen von Live-Auftritten und ihre kaum sichtbare Präsenz in sozialen Medien eher auf eine künstliche Erfindung als auf eine echte Künstlerin hindeuten.
Auf ihrem Spotify-Profil präsentiert sich Sienna Rose als junge Frau mit Afro-Look und tiefbraunen Augen, beschrieben als "Erzählerin der Gefühle". Ihre Musik wird millionenfach gestreamt und generiert jährlich über eine Million Euro. Doch Zweifel kamen auf, als Internet-Detektive auf ihre ungewöhnlich schnellen Songveröffentlichungen, das Ausbleiben von Konzerten und die minimalen digitalen Spuren aufmerksam wurden.
Eine Untersuchung des Bayerischen Rundfunks verfolgte ihre Spuren bis zu Nostalgic Records, einem Label, das mit dem Produzenten Maksim Muravjov und dem KI-Spezialisten Hafsteinn Runarsson verbunden ist. Beide haben bereits an KI-generierten Acts mitgewirkt, was die Skepsis weiter schürte. Die ursprüngliche Version von Sienna Rose – eine rothaarige US-Country-Sängerin mit kaum nennenswerten Streams – verschwand nach der Konfrontation von Muravjov und Runarsson mit den Erkenntnissen aus den sozialen Medien.
Die Debatte eskalierte, als Selena Gomez in einem Instagram-Post einen Song von Rose teilte. Der Clip ging viral, erntete aber auch Spott, da Nutzer die Authentizität der Sängerin anzweifelten. Eine Studie des Streamingdienstes Deezer enthüllte später, dass 97 % der Hörer KI-generierte Musik nicht von menschengemachten Titeln unterscheiden konnten. Zudem stammten 85 % der Streams für künstliche Künstler von Bots.
Kritiker wie der YouTuber Rick Beato warfen Spotify vor, von KI-Musik zu profitieren, während monatlich Millionen kaum unterscheidbarer Tracks die Plattform fluten. Gleichzeitig warnte ein UNESCO-Bericht, dass bis 2028 fake Künstler bis zu 24 % des Musikmarktes von menschlichen Musikern übernehmen könnten.
Der Fall Sienna Rose zeigt die Schwierigkeiten auf, KI-generierte Inhalte in der Musikbranche zu identifizieren. Während Streamingplattformen mit künstlichen Acts Einnahmen erzielen und Hörer den Unterschied kaum erkennen, wird die Debatte über Echtheit weiter an Fahrt gewinnen. Der finanzielle Erfolg solcher Projekte lässt vermuten, dass der Trend anhalten und die Art, wie Musik produziert und konsumiert wird, grundlegend verändern wird.