Syrien startet Währungsreform – deutsche Firmen drängen in den Wiederaufbau
Siglinde WerneckeSyrien startet Währungsreform – deutsche Firmen drängen in den Wiederaufbau
Syrien hat umfangreiche Währungsreformen eingeleitet, um seine Wirtschaft zu stabilisieren. Die Regierung führte neue Banknoten ein und strich zwei Nullen von den Geldscheinen. Gleichzeitig zeigen deutsche Unternehmen ein wachsendes Interesse an den Wiederaufbauprojekten des Landes.
Laut Schätzungen der Weltbank werden die Kosten für den Wiederaufbau Syriens etwa 216 Milliarden US-Dollar betragen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes wird für dieses Jahr auf 60 bis 65 Milliarden US-Dollar prognostiziert, während der Staatshaushalt für 2026 mit 10,5 Milliarden US-Dollar veranschlagt ist.
Deutsche Firmen sind bereits aktiv geworden. Die staatseigene Förderbank KfW hat seit Anfang letzten Jahres Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro für Wiederaufbauvorhaben bewilligt. Der Baustoffhersteller Knauf unterzeichnete eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks in Syrien. Auch Siemens Energy prüft Möglichkeiten, die Strominfrastruktur des Landes zu modernisieren.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf sich mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa und äußerte sich optimistisch über die künftige Handelszusammenarbeit. Helene Rang vom Nah- und Mittelost-Verein (NUMOV) betonte das "enorme Potenzial" für deutsche Unternehmen im syrischen Wiederaufbau. Die historisch engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern könnten nun eine Renaissance erleben.
Syriens Wirtschaftsreformen und Wiederaufbaupläne stoßen international auf Interesse. Deutsche Unternehmen und staatliche Institutionen positionieren sich für eine Beteiligung. Das Ausmaß der Wiederaufbauarbeiten deutet auf langfristige Investitionsmöglichkeiten für ausländische Akteure hin.






