TikTok-Challenge: Jugendliche stürmen Scientology-Zentrum in Berlin – Polizei greift ein
Artur HofmannTikTok-Challenge: Jugendliche stürmen Scientology-Zentrum in Berlin – Polizei greift ein
Ein skurriler TikTok-Trend hat Deutschland erreicht: Junge Menschen versuchen im Rahmen einer sogenannten „Speedrun“-Challenge, Scientology-Zentren zu stürmen. Bei dem spielähnlichen Spektakel werden Kirchenflure als Level und Sicherheitskräfte als Hindernisse behandelt. Am Wochenende fand in Berlin der erste bekannte Versuch dieser Art statt – mit Polizeieinsatz als Folge.
Der Trend begann in den USA, wo Teilnehmer versuchen, so weit wie möglich in Scientology-Gebäude vorzudringen, bevor sie gestoppt werden. Einige amerikanische Niederlassungen haben bereits ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Nun ziehen deutsche Jugendliche nach, wobei Aufrufe zu ähnlichen Aktionen in Stuttgart, Hamburg und München die Runde machen.
In Berlin organisierte die Bloggerin @larahertha einen solchen Speedrun im Scientology-Zentrum in Charlottenburg an der Otto-Suhr-Allee. Mit einer Alufolie-Hut und einem Schild mit der Aufschrift „Wir kommen in Frieden“ streamte sie den Versuch live. Die Polizei rückte schnell an und warnte sie vor möglichen Hausfriedensbruch-Vorwürfen.
Scientology, eine in Deutschland kleine, aber umstrittene Gruppe mit etwa 3.600 Mitgliedern, strebt danach, ihre Lehren zu verbreiten und „Clears“ zu schaffen – Menschen, die durch ihre Methoden angeblich „vollendet“ werden. Die Organisation steht seit Langem in der Kritik, und die virale Challenge rückt ihre deutschen Standorte nun unerwartet in den Fokus der Öffentlichkeit.
Online diskutieren Nutzer bereits über das nächste Ziel: den Bundestag. Derweil zeigt der Trend keine Anzeichen einer Beruhigung. Der Berliner Vorfall markiert den ersten dokumentierten Fall der Challenge in Deutschland. Die Einbindung der Polizei deutet darauf hin, dass die Behörden die Aktionen ernst nehmen. Angesichts weiterer zu erwartender Versuche könnten Scientology-Zentren im ganzen Land in den kommenden Tagen mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen reagieren.






