UniCredit überrascht mit 35-Milliarden-Offerte für Commerzbank – Aktie schießt hoch
Joseph KreuselUniCredit überrascht mit 35-Milliarden-Offerte für Commerzbank – Aktie schießt hoch
Überraschendes Übernahmeangebot von UniCredit für Commerzbank lässt Märkte am Montag aufhorchen
Das unerwartete Übernahmeangebot der italienischen UniCredit für die Commerzbank sorgte am Montag für Bewegung an den Märkten und trieb die Aktie des deutschen Geldhauses um fast 10 % nach oben. Das 35-Milliarden-Euro-Angebot dominierte den Handel und verdrängte vorerst die Sorgen über steigende Ölpreise und deren Auswirkungen auf zyklische Werte. Nun wartet der Markt gespannt auf die Reaktion der Commerzbank, während das Schicksal der Transaktion in der Schwebe hängt.
UniCredit schlug eine freiwillige öffentliche Übernahme vor und bot für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Anteile an. Damit würde die deutsche Bank mit 30,80 Euro pro Aktie bewertet. Die Ankündigung ließ den Kurs der Commerzbank in die Höhe schnellen und stützte trotz jüngster Schwächephasen auch den gesamten DAX.
Während die steigenden Ölpreise vor allem Reise- und Industriewerte belasteten, verzeichnete auch der Konsumgüterhersteller Beiersdorf Verluste. Gleichzeitig legten Bayer und Siemens Energy zu – Bayer profitierte dabei von positiven Studiendaten.
Das Angebot stößt jedoch auf starken Widerstand seitens der Bundesregierung, der Gewerkschaft Verdi und des Betriebsrats der Commerzbank. Analysten vermuten, dass UniCredit-Chef Andrea Orcel mit dem Vorstoß die Führung der Commerzbank unter Druck setzen könnte, um Verhandlungen in Gang zu bringen. Der DAX notiert weiterhin 4,5 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, während Händler beobachten, ob er sich oberhalb der wichtigen Marke von 22.900 Punkten halten kann. Ein Fall darunter könnte weitere Verkäufe auslösen.
Der Kursprung der Commerzbank-Aktie spiegelt zwar die Optimismus der Anleger wider, doch der Erfolg der Übernahme hängt davon ab, ob die politischen und arbeitsrechtlichen Widerstände überwunden werden können. Die weitere Entwicklung des DAX wird maßgeblich davon abhängen, wie die Commerzbank auf das Angebot von UniCredit reagiert. Angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Belastungen bleibt die Stimmung am Markt vorerst verhalten.