02 May 2026, 16:19

USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und spalten die Politik

Blauer Kreis mit einem weißen Stern in der Mitte, umgeben von vierfarbigen Flaggen und weißer Schrift, die 'NATO Joint Jet' lautet.

USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und spalten die Politik

Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen – eine Entscheidung, die unter politischen Führungskräften für Debatten sorgt. Die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bedenken geäußert und vor möglichen Sicherheitsrisiken gewarnt. Kritiker argumentieren, der Schritt schwäche die seit langem bestehenden Verteidigungsbeziehungen zwischen beiden Nationen.

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Der außenpolitische Sprecher der CDU, Jürgen Hardt, betonte die Bedeutung der US-Militärpräsenz in Deutschland. Einrichtungen wie das EUCOM in Stuttgart und die Air Base Ramstein spielten eine zentrale Rolle für die europäische Sicherheit. Ein Abbau der Truppenzahlen könnte seiner Meinung nach jahrzehntelange glaubwürdige Abschreckung gegen potenzielle Bedrohungen untergraben.

Der Militär-experte Carlo Masala wies auf ein noch größeres Problem hin: die Streichung einer für 2024 geplanten US-deutschen Vereinbarung. Dieses Abkommen hätte die Lieferung von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk und Hyperschallwaffen des Typs Dark Eagle vorgesehen. Masala erklärte, dass die Aufkündigung des Deals eine kritische Lücke in der Abschreckung gegen Russland hinterlasse – eine Lücke, die europäische Streitkräfte nicht kurzfristig schließen könnten.

Siemtje Möller, verteidigungspolitische Sprecherin der SPD, nannte den Truppenabzug „strategisch unbegründet“. Zudem kritisierte sie die Vorgehensweise von Präsident Trump als „unberechenbar“. Ihre Partei unterstrich, dass die US-Soldaten gemeinsamen Sicherheitsinteressen dienten und ihre Präsenz daher wertvoll sei.

Sören Pellmann von der Linkspartei bezeichnete den Abzug dagegen als „viel Lärm um nichts“. Seine Partei setzt sich seit langem für die Schließung US-amerikanischer Militärstandorte in Deutschland ein. Pellmann verwies darauf, dass rund 6.500 Deutsche direkt für die US-Streitkräfte in Rheinland-Pfalz arbeiteten, bundesweit seien es etwa 12.000 Beschäftigte.

Möller forderte die europäischen Staaten auf, ihre Investitionen in eigene Verteidigungssysteme zu beschleunigen. Der Abzug sollte ihrer Meinung nach ein Anstoß sein, die Sicherheitsfähigkeiten auszubauen, ohne sich allein auf die USA zu verlassen.

Der geplante Truppenabbau hat die politischen Gräben in Deutschland offenbart. Während einige darin eine Gefahr für die Stabilität sehen, betrachten andere ihn als Chance für Europa, mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung zu übernehmen. Die Entscheidung wirft zudem Fragen über die künftige militärische Zusammenarbeit zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten auf.

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