Verlorenes Schwabinger Kulturgut: Wie ein Wandstück der Kneipe Schwabinger 7 zum Kunstwerk wurde
Siglinde WerneckeVerlorenes Schwabinger Kulturgut: Wie ein Wandstück der Kneipe Schwabinger 7 zum Kunstwerk wurde
Ein Gemälde des Münchner Künstlers Rupert Dorrer, das aus einer Wand der legendären Schwabinger Kneipe Schwabinger 7 entstand, wird in Bruckmühl enthüllt. Das unter dem Titel Schwabinger 7 bekannte Werk wird nach Jahren in privaten Sammlungen und auf Wanderausstellungen künftig dauerhaft in der Galerie der Stadt zu sehen sein.
Das Bild ist eng mit der Münchner Kulturgeschichte verbunden, denn die abgebildete Kneipe war einst ein berühmter Treffpunkt im Stadtteil Schwabing.
Rupert Dorrer schuf Schwabinger 7 2012 in seinem Atelier in Schwabing. Die Mixed-Media-Arbeit auf Holz misst 140 Zentimeter in der Breite und 72 Zentimeter in der Höhe und besteht aus einem originalen Wandstück der ikonischen Bar. Nach seiner Fertigstellung blieb das Gemälde bis 2015 in Dorrers Privatbesitz, bevor es ein Sammler aus Berlin erwarb.
Bis 2019 wechselte das Werk erneut den Besitzer und gelangte in eine Galerie nach Salzburg, Österreich. Vier Jahre später fand es schließlich in Bruckmühl eine dauerhafte Heimat, wo es seit 2023 der Öffentlichkeit zugänglich ist. Dorrer überließ es der Sammlung als langfristige Leihgabe.
Die Reise des Gemäldes spiegelt seine tiefere Bedeutung wider. Dorrer beschreibt es als Symbol für Vergänglichkeit, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Die ursprüngliche Kneipe Schwabinger 7 existiert nicht mehr – an ihrer Stelle steht heute ein Denn's Biomarkt. Dennoch bleiben die Verbindungen bestehen: Dorrer und der ehemalige Wirt Gerd "Manila" Waldhauser treffen sich noch immer am Stammtisch im Grünen Eck in Schwabing.
Am Montag um 11 Uhr wird Bürgermeister Richard Richter das Kunstwerk offiziell in seinem neuen, dauerhaften Ausstellungsort enthüllen.
Die Enthüllung markiert das Ende der Wanderungen des Gemäldes, das nun fest in der Bruckmühler Galerie für die Öffentlichkeit zu sehen sein wird. Dorrers Werk bewahrt ein Stück Münchner Nachtlebensgeschichte, während die ehemaligen Stammgäste der Kneipe ihre Erinnerung wachhalten. Das Kunstwerk bleibt als Teil der städtischen Kultursammlung für Besucher zugänglich.