Volkswagen Zwickau: Stellenabbau und Schichtkürzungen sorgen für Unruhe unter Beschäftigten
Artur HofmannKeine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl in VW Zwickau - Volkswagen Zwickau: Stellenabbau und Schichtkürzungen sorgen für Unruhe unter Beschäftigten
Arbeitsplatzabbau und Schichtkürzungen: Volkswagen-Werk Zwickau in der Unsicherheit
Im Volkswagen-Werk Zwickau sind Stellen gestrichen und Schichten reduziert worden – für die Belegschaft eine Zeit der Verunsicherung. Bei der jüngsten Betriebsratswahl verlor die IG Metall an Zustimmung, während eine gruppierung mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene an Einfluss gewann. Die Ergebnisse fallen in eine Phase, in der der Konzern plant, bis 2030 bundesweit 35.000 Arbeitsplätze abzubauen.
Das Werk in Zwickau, ein zentraler Standort für die Elektroauto-Produktion von Volkswagen, hat bereits von drei auf zwei Schichten reduziert. Dadurch gingen bisher rund 1.200 Jobs verloren. Insgesamt sollen bis 2030 in Deutschland 35.000 Stellen wegfallen, doch wie viele davon auf Sachsen entfallen, steht noch nicht fest. Die Gläserne Manufaktur in Dresden stellte Ende 2025 die Automobilproduktion ein, doch weitere sächsische Standorte neben Zwickau sind bisher nicht betroffen.
Vor diesem Hintergrund aus Stellenstreichungen und Produktionsumstellungen fand die Betriebsratswahl statt. Die IG Metall, traditionell die dominierende Gewerkschaft, erhielt zwar noch über 81 Prozent der Stimmen – ein Rückgang gegenüber den knapp 89 Prozent bei der letzten Wahl. Damit sicherte sie sich 29 der 35 Sitze im Betriebsrat.
Ein Bündnis mit Verbindungen zur rechtsextremen AfD, die Freie Betriebsratsallianz, erreichte 11,5 Prozent der Stimmen und zog mit vier Sitzen in den Rat ein. Eine weitere Liste, die Alternative Liste, kam auf knapp 7,3 Prozent und erhielt zwei Sitze.
Die kommenden vier Jahre werden die Zukunft der Automobilindustrie in der Region prägen. Das Werk Zwickau strebt an, auch über 2030 hinaus in Betrieb zu bleiben – trotz der laufenden Umstrukturierung.
Die Wahlergebnisse spiegeln die wachsende Unzufriedenheit unter den Beschäftigten des Volkswagen-Werks Zwickau wider. Die IG Metall behält zwar eine klare Mehrheit, sieht sich aber zunehmend Konkurrenz durch neue Gruppierungen gegenüber. Gleichzeitig hängt das langfristige Überleben des Standorts davon ab, wie gut es gelingt, Produktionskürzungen zu bewältigen und den Umstieg auf die Elektroauto-Fertigung zu meistern.