Warum die AfD selbst durch Inkompetenz nicht an Unterstützung verliert
Joseph KreuselWarum die AfD selbst durch Inkompetenz nicht an Unterstützung verliert
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani warnt, dass der Aufstieg der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) eine dauerhafte Gefahr für die Demokratie darstellt. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" untersucht er, warum Anhänger solcher Bewegungen ihren Führungsfiguren die Treue halten – selbst wenn diese ihre Versprechen nicht einlösen.
El-Mafaalani argumentiert, dass die AfD, sobald sie an die Macht kommt, allein durch den Nachweis ihrer Inkompetenz nicht an Unterstützung verlieren werde. Er beschreibt, wie das Misstrauen gegenüber Institutionen – Gerichten, Medien und Wissenschaft – über Jahre hinweg gewachsen ist. Dieses Misstrauen werde gezielt von populistischen Strategen geschürt, die das Vertrauen in demokratische Systeme untergraben, so der Forscher.
Digitale Medien haben bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle gespielt. Zum ersten Mal können misstrauische Menschen sich mühelos vernetzen, organisieren und in abgeschotteten Kreisen ihre Überzeugungen gegenseitig verstärken. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" lehnen etablierte Institutionen ab und setzen ihr Vertrauen allein in Parteien wie die AfD, die sich offen gegen die liberale Demokratie stellen.
Das Buch wirft auch ein Licht auf übergreifende politische Trends, etwa den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump. Indem El-Mafaalani analysiert, wie sich Misstrauen verbreitet und verfestigt, liefert er neue Ansätze, um den Einfluss populistischer Bewegungen zu verstehen – und möglicherweise einzudämmen.
Seine Forschung deutet darauf hin, dass herkömmliche Methoden im Kampf gegen rechtsextreme Politik kaum noch wirken. Selbst wenn die AfD in der Regierung scheitert, werden ihre Kernanhänger kaum zu einem Vertrauen in die demokratischen Institutionen zurückfinden. Die Herausforderung besteht nun darin, Strategien zu entwickeln, die den tief verwurzelten Skeptizismus hinter diesen Bewegungen angehen.






