Wie die Weihnachtskrippe vom Kloster ins Wohnzimmer zog
Weihnachtskrippe gehören seit Jahrhunderten zu den Weihnachtsbräuchen. Was einst mit schlichten Darstellungen der Geburt Jesu begann, entwickelte sich später zu aufwendigen Inszenierungen. Heute sind diese Krippenszenen in vielen Ländern ein fester Bestandteil der Festtage.
Die frühesten Abbildungen der Geburt Jesu zeigten lediglich das Jesuskind, einen Ochsen und einen Esel. Diese einfachen Darstellungen reichen bis in die frühe christliche Zeit zurück. Die Tradition, wie wir sie heute kennen, wird jedoch oft mit dem heiligen Franz von Assisi in Verbindung gebracht, der im Jahr 1223 die erste lebendige Krippe schuf.
Ab dem frühen 17. Jahrhundert begannen Kirchen in Bayern, Weihnachtskrippe aufzustellen. Ihre Beliebtheit verbreitete sich besonders während des Barock, wobei im Laufe der Zeit immer mehr Figuren hinzukamen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erweiterten sich die Szenen um Hirten, Engel und andere Gestalten.
1802 verboten Säkularisierungsgesetze die kirchlichen Ausstellungen, woraufhin die Krippen in private Haushalte verlagert wurden. Die ersten häuslichen Versionen tauchten bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Italien auf. Durch die Massenproduktion wurden sie im späten 19. Jahrhundert für viele Familien erschwinglich.
Heute wird in Deutschland jedes Jahr am 7. Dezember der Tag der Weihnachtskrippe gefeiert. Der Feiertag geht auf Sven Giese zurück, den Gründer des "Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt".
Von bescheidenen Kirchendarstellungen zu einer geliebten Familientradition – der Wandel der Weihnachtskrippe vom öffentlichen zum privaten Raum half, den Brauch am Leben zu erhalten. Noch immer sind sie für Millionen Menschen weltweit ein zentraler Bestandteil von Weihnachten.






