20 April 2026, 16:25

Deutschland startet Teilprivatisierung des ehemaligen Gazprom-Tochterunternehmens Sefe

Eine Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil Europas an russischem Erdgas zeigt, mit Text, der die Investitionsprozentsätze im Land angibt.

Deutschland startet Teilprivatisierung des ehemaligen Gazprom-Tochterunternehmens Sefe

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, dem Energieunternehmen, das früher als Gazprom Germania bekannt war. Die Bundesregierung hatte das Unternehmen 2022 vollständig übernommen, nachdem Russlands Invasion in der Ukraine die Gasversorgung beeinträchtigt hatte. Nun bereiten Beamte den Verkauf eines beträchtlichen Teils der staatlichen Anteile vor.

Der Prozess findet statt, während Europa weiterhin mit Energieturbulenzen kämpft und die Konflikte zwischen Russland und seinen Nachbarländern eskalieren.

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Sefe, das wichtige Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung betreibt, plant durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen. Damit würde die Bundesregierung erstmals seit der Übernahme des Unternehmens ihren 100-prozentigen Besitzanteil verringern. Weitere Verkäufe von Staatsanteilen sind in den kommenden Jahren zu erwarten – gesetzlich vorgeschrieben ist eine Reduzierung des staatlichen Besitzes auf 25 Prozent bis Ende 2028.

Unterdessen halten die Spannungen um die Gasversorgung in anderen Teilen Europas an. Gazprom, das 50 Prozent an Moldovagaz hält, hat angedroht, die Gaslieferungen nach Moldau einzustellen. Als Reaktion prüft die moldauische Regierung nun die Verstaatlichung ihres Gasversorgers, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Auch in Serbien bleibt die Lage dynamisch. Die USA haben kürzlich eine letzte einmonatige Ausnahme von den Sanktionen für NIS, das staatliche Ölunternehmen des Landes, gewährt, das mehrheitlich russischen Entitäten gehört. Diese Entscheidung unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Energiesicherheit und geopolitische Zwänge in Einklang zu bringen.

Die Privatisierung von Sefe durch Deutschland spiegelt die breiteren Bestrebungen wider, die Abhängigkeit von russischen Energieunternehmen zu verringern. Die Kapitalerhöhung wird den staatlichen Einfluss verdünnen und gleichzeitig die finanzielle Stabilität des Unternehmens sichern. Für Moldau und Serbien hingegen prägen weiterhin Gasstreitigkeiten mit Gazprom und sanktionsbedingte Herausforderungen die politischen Entscheidungen.

Quelle