16 March 2026, 10:23

Kölner Dom plant umstrittene Eintrittsgebühr für Millionen Besucher

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant umstrittene Eintrittsgebühr für Millionen Besucher

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, steht vor einer kontroversen Entscheidung: Ab der zweiten Jahreshälfte soll eine Gebühr eingeführt werden – ein Vorhaben, das unter Verantwortlichen und in der Öffentlichkeit für Diskussionen sorgt.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, übt scharfe Kritik an den Plänen. Ein Eintrittsgeld könne die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Doms für die Stadt untergraben, warnt sie. Ihrer Meinung nach droht das Gotteshaus sonst zu einem Museum zu werden, sobald Besuchsgebühren erhoben werden.

Schock-Werner betont zudem, dass eine Eintrittsgebühr viele Besucher abschrecken und den offenen, einladenden Charakter des Doms verändern würde. Zwar räumt sie ein, dass zusätzliche Einnahmen nötig seien, doch zweifelt sie an, ob dieser Weg der richtige sei. Über die genaue Höhe der Gebühr wurde noch nicht entschieden.

In den vergangenen Jahren gab es in Deutschland bereits heftigen Widerstand gegen ähnliche Vorhaben. 2023 unterzeichneten über 100.000 Menschen eine Petition gegen die geplanten Eintrittsgelder für den Kölner Dom. Auch andere Stätten wie der Aachener Dom sahen sich mit Protesten und medialer Kritik konfrontiert, als sie über Zugangskosten nachdachten. Viele dieser Pläne wurden später aufgrund der massiven Ablehnung fallen gelassen oder überarbeitet.

Die Domverwaltung hat die endgültige Höhe der Eintrittsgebühr noch nicht festgesetzt. Sollte die Änderung umgesetzt werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für einen Ort, der seit jeher für freien Zugang steht. Die Entscheidung wird davon abhängen, wie die Verantwortlichen finanzielle Notwendigkeiten mit den Bedenken der Öffentlichkeit in Einklang bringen.

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