Neuköllner Ehrenamtliche kämpfen an Ostern gegen Armut und Lebensmittelknappheit
Artur HofmannNeuköllner Ehrenamtliche kämpfen an Ostern gegen Armut und Lebensmittelknappheit
Ehrenamtliche sammeln zu Ostern Lebensmittelspenden in Neukölln
Ein kleines Team aus Freiwilligen sammelt an diesem Osterwochenende in einem Neuköllner Supermarkt Lebensmittelspenden. Anne, Uschi und Marianne organisieren die Gaben für die Berliner Tafel, die tausende Menschen unterstützt, die mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen. Ihre Aktion ist Teil einer stadtweiten Kampagne, die noch bis zum 4. April 2026 läuft.
Die Berliner Tafel verteilt monatlich rund 660 Tonnen Lebensmittel an Bedürftige. Mit 48 Ausgabestellen in der Stadt versorgt sie etwa 94.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften und Suppenküchen. Ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge sorgen dafür, dass die Hilfsaktion reibungslos funktioniert.
Die Nachfrage ist seit der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine stark gestiegen – die Zahl derer, die auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind, hat sich fast verdoppelt. Die Osterkampagne "Noch eins drauf!" findet in 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland statt und bittet Kund:innen, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt zu kaufen und es den Freiwilligen an der Kasse zu überlassen.
In der Edeka-Filiale in der Karl-Marx-Straße 101 kommen die Spenden von Anwohner:innen aller Schichten – obwohl der Kiez nicht zu den wohlhabenden Vierteln gehört. Anne, mit 33 Jahren die jüngste Freiwillige, verbindet ihren Job im KaDeWe mit ihrem Engagement für die Tafel. Ähnliche Sammelaktionen gibt es auch zum Erntedankfest und zu Weihnachten, die jährlich zusätzliche Tonnen an Spenden einbringen.
Bundesweit gibt es mittlerweile zwischen 970 und 1.000 Tafeln – 1993 startete die erste mit nur wenigen Standorten. Gemeinsam unterstützen sie schätzungsweise 1,5 bis 2 Millionen Menschen pro Jahr.
Die Osteraktion sammelt noch bis zum 4. April 2026 Spenden. Das Berliner Tafel-Netzwerk ist auf die Großzügigkeit der Bevölkerung angewiesen, um die wachsende Nachfrage zu decken. Die zusätzlichen Lebensmittel aus den Kampagnen helfen tausenden Haushalten, die in Not geraten sind.






