19 March 2026, 14:35

Villeroy & Boch erleidet deutlichen Gewinnrückgang durch Golfkonflikt 2026

Liniengraph, der einen Rückgang der erwarteten zukünftigen Ölimportprognosen mit begleitendem erklärendem Text zeigt.

Iranischer Krieg belastet Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch erleidet deutlichen Gewinnrückgang durch Golfkonflikt 2026

Villeroy & Boch meldet deutlichen Gewinnrückgang für 2026 nach Wachstumsjahr 2025

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch verzeichnete im vergangenen Jahr einen Gewinnanstieg auf 14,7 Millionen Euro, doch der eskalierende Golfkonflikt hat nun den Handel gestört und die Umsatzprognosen stark nach unten korrigiert. Das Unternehmen passt zudem sein Produktionsnetzwerk an und bereitet die Schließung eines belgischen Werks vor, während Teile der Fertigung nach Ägypten verlagert werden.

2025 hatte Villeroy & Boch einen Nettogewinn von 14,7 Millionen Euro erzielt – fast doppelt so viel wie die 6,6 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro, unterstützt durch Investitionen in Höhe von 45,8 Millionen Euro in moderne Lagersysteme am Standort Merzig und neue Brenntechnologien in Torgau. Zudem strukturierte das Unternehmen seine Produktion um: Geplant ist die Schließung des Werks in Roeselare (Belgien) sowie die Verlegung der Acryl-Badewannenfertigung in die Nähe von Kairo.

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Doch die Aussichten für 2026 haben sich dramatisch verschlechtert. Am 28. Februar 2026 eskalierte der Konflikt zu einem offenen Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, nachdem sich die Spannungen monatelang zugespitzt hatten. Irans Drohnen- und Raketenangriffe trafen Energiestandorte in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait, Oman und Bahrain, wobei mindestens 16 Zivilisten getötet wurden und die Produktion zum Erliegen kam. Die Straße von Hormus wurde blockiert, was den Ölpreis von 72 auf über 82 Dollar pro Barrel und den Gaspreis auf über 50 Euro pro Megawattstunde hochtrieb. Die Golfstaaten mussten bis zu 2,2 Milliarden Dollar pro Wochenende für Verteidigung aufbringen, während wichtige Handelsrouten für asiatische Importeure schwer beeinträchtigt wurden.

Villeroy & Boch rechnet nun für 2026 mit einem Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das bereinigte EBIT wird auf 75 bis 85 Millionen Euro prognostiziert – ein Rückgang gegenüber den 97,8 Millionen Euro im Vorjahr. Die Umsätze in Israel und den Golfstaaten sind eingebrochen; für April wird nur noch mit 30 Prozent des Vorjahresniveaus gerechnet. Auch der Hotelsektor, ein zentraler Absatzmarkt für das Unternehmen, leidet stark unter den Folgen des Konflikts.

Der Krieg zwingt Villeroy & Boch, seine finanziellen Ziele deutlich nach unten zu korrigieren. Da aus Israel und der Golfregion derzeit keine Einnahmen mehr fließen, steht das Unternehmen vor einem spürbaren Gewinnrückgang. Die Auswirkungen des Konflikts auf die Energiepreise und Handelswege belasten die Performance im Jahr 2026 zusätzlich.

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